Zum 175-jährigen Bestehen zeigt das Geldhaus eine Ausstellung, die die Entwicklung bis zu heutigen Größe dokumentiert.

Jubiläum
Das erste eigene Gebäude der Städtischen Sparkasse nach fast sieben Jahrzehnten als „Anhängsel” im Krefelder Rathaus lag etwas abseits der Innenstadt am Jungfernweg (Foto von 1927). 1852 war es durch den Privatbankier Molenaar erbaut und später von der Reichsbank bezogen worden. Nachdem diese zum Friedrichsplatz übergewechselt war, übernahm die Sparkasse 1907 das Bankgebäude.

Das erste eigene Gebäude der Städtischen Sparkasse nach fast sieben Jahrzehnten als „Anhängsel” im Krefelder Rathaus lag etwas abseits der Innenstadt am Jungfernweg (Foto von 1927). 1852 war es durch den Privatbankier Molenaar erbaut und später von der Reichsbank bezogen worden. Nachdem diese zum Friedrichsplatz übergewechselt war, übernahm die Sparkasse 1907 das Bankgebäude.

Bildarchiv der Sparkasse Krefeld

Das erste eigene Gebäude der Städtischen Sparkasse nach fast sieben Jahrzehnten als „Anhängsel” im Krefelder Rathaus lag etwas abseits der Innenstadt am Jungfernweg (Foto von 1927). 1852 war es durch den Privatbankier Molenaar erbaut und später von der Reichsbank bezogen worden. Nachdem diese zum Friedrichsplatz übergewechselt war, übernahm die Sparkasse 1907 das Bankgebäude.

Krefeld. „Wir möchten Kunden und Bürger zum 175. Jubiläum mit einer attraktiven Ausstellung beschenken“, sagte Vorstandsvorsitzende Birgit Roos anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse. Interessierte können ab dem 30. April auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Sparkasse gehen. Die Ausstellung unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ verspricht den Besuchern Eindrücke und Informationen aus der Sparkassengeschichte in Stadt und Kreis.

An der Friedrichstraße wird Sparkassengeschichte erlebbar

Die Präsentation beginnt an der Friedrichstraße in der Kundenhalle der früheren Hauptgeschäftsstelle, von der man sich gleichzeitig verabschieden will. Die Örtlichkeit ist bewusst gewählt, weil dort Sparkassengeschichte erlebbar wird. Das 1962 errichtete Gebäude wird jetzt renoviert und zur Schnittstelle für die Zukunft. Denn am gleichen Ort entsteht eine neue Filiale mit Finanz-Center.

Bis zum Beginn der Sommerferien ist die Ausstellung während der Geschäftszeiten der Sparkasse geöffnet. Danach geht sie mit ausgesuchten Exponaten „auf Tournee“ durch die Filialen im gesamten Geschäftsgebiet. Sie beginnt mit einem multimedialen Eintritt in 175 Jahre Zeitgeschichte mit Hilfe von Film-, Bild- und Tondokumenten. Anhand der Lebensumstände fiktiver Kunden erlebt der Besucher die jeweiligen Epochen. An verschiedenen Themeninseln gibt es Einblicke in interessante Teilaspekte - angefangen von der Kindersparkasse über diverse Zahlungsmittel, alte Rechen- und Buchungsmaschinen bis zur Sparkassenwerbung im Wandel der Zeit. Wer erinnert sich nicht an den Slogan „Wenn’s um Geld geht - Sparkasse“?

Die „Städtische Sparkasse zu Crefeld“ war am 9. März 1840 gegründet worden. Acht Jahre später verdeutlicht ein Schreiben des Krefelder Bürgermeister an den Landrat. worum es damals bei der Sparkassenidee ging: „Der nächte Zweck der Sparkasse ist zwar nur, dem Arbeiterstande Gelegenheit zu geben, sein erspartes Geld gleich sicher und rentbar unterzubringen, doch haben wir zugleich dabei stets den Zweck verfolgt, tüchtigen und braven Handwerkern durch Darlehen kleinerer Summen zu ihrem Fortkommen behülflich zu sein, und sind in dieser Beziehung die Ansprüche an unsere Kasse weit größer gewesen, als Mittel da waren, sie zu befriedigen.“

Die Arbeiter und Handwerker einerseits zum Sparen zu ermuntern und ihnen andererseits kleine Darlehen zu gewähren – dieses Geschäftsmodell blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert, wie Sparkassen-Sprecher Peter Bauland resümiert.

Seit 1974 begleitet „KNAX“ die Kundenkinder der Sparkassen. Was anfangs ein Comic-Heft war, ist heute ein komplexes Universum, das junge Kunden an die Themen Geld und Sparen heranführt. Für angemeldete Besuchergruppen aus Kindergärten und Grundschulen ist eine Betreuung mit attraktivem Spielangebot vorgesehen.

Im Rahmen einer Ausschreibung werden 175 bereits existierende Nachbarschaftsprojekte im Geschäftsgebiet mit 10 mal 1750 Euro und 165 mal 400 Euro prämiert. Die Modalitäten werden in Kürze veröffentlicht.

In seinem Internet-Blog hat er den ersten Tag der Sparkasse so beschrieben: „Am 9. März 1840, Montagnachmittag um kurz nach vier, betrat der Seidenweber Anton Kallen aus Crefeld das kleine, etwas überheizte Bureau im Rathaus am Schwanenmarkt, in dem sich Rendant Friedrich August Remkes und sein Schreiber Schüller aufhielten. Kallen stellte seine Weberrolle weg, legte die Schirmmütze auf die Theke, kramte in seinem Rock und begann, umständlich 25 Geldstücke abzuzählen. Rendant Remkes zählte gewissenhaft nach und drehte sich zu seinem Schreiber herum: ,Bitte notieren Sie eine bare Einlage von 25 Talern.’ So oder doch sehr ähnlich dürfte es sich abgespielt haben.“

In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwangen wirtschaftliche Gründe die Sparkassen im Raum Krefeld zu einer Mammut-Fuison. Am 1. Juli 1977 schlossen sich die Stadtsparkasse Krefeld und die Kreissparkasse Kempen-Krefeld zur Sparkasse Krefeld zusammen. Die städtischen Sparkassen in Nettetal, Willich und Tönisvorst beharrten zunächst weiterhin auf Eigenständigkeit.

1989 trat dann die Stadtsparkasse Willich dem „Sparkassenzweckverband Stadt Krefeld/Kreis Viersen“ bei, 1992 wurde die Sparkasse Tönisvorst auf die Sparkasse Krefeld übertragen, 1997 fusionierte die Sparkasse Nettetal mit der Sparkasse Krefeld, 2002 folgte die Stadtsparkasse Viersen. Seit 2007 ist auch die Sparkasse Geldern Teil dieses Zweckverbandes.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer