Aller Anfang ist bekanntlich schwer...

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Silvia Pyttel verbringt das nächste halbe Jahr in der Metropole der USA.

Silvia Pyttel verbringt das nächste halbe Jahr in der Metropole der USA.

Silvia Pyttel verbringt das nächste halbe Jahr in der Metropole der USA.

Krefeld. Und in einer der größten Städte der Welt ist er knochenhart. So habe ich nach noch nicht einmal einer Woche in New York City das Gefühl, mehr erlebt zu haben als sonst in einem ganzen Jahr: Ich bin zweimal umgezogen, habe drei Dutzend neuer Menschen kennengelernt und insgesamt nicht mehr als zehn Stunden geschlafen.

Nachdem ich die ersten vier Tage im Hostel übernachtet hatte, beschloss ich dem Vagabundenleben ein Ende zu setzen und mich um eine Unterkunft in Manhattans berühmtesten Mädchenwohnheim zu bewerben: dem Webster.

Speziell ausgelegt für Studentinnen und Praktikantinnen aus aller Welt, bekommt man hier für etwas mehr als 1000 Dollar Miete im Monat ein Zimmer in der gesetzlichen Mindestgröße einer deutschen Gefängniszelle. Wenig glamourös, aber dafür gut gelegen.

Besonders amüsiert bin ich, als mich die Empfangsdame bei der Besichtigung des Hauses nachdrücklich darauf hinweist, dass kein Herrenbesuch auf den Zimmern geduldet wird - zu wirklich überhaupt gar keiner Zeit! Angesicht drohender Obdachlosigkeit erkläre ich mich jedoch dazu bereit, an dieser Stelle Abstriche zu machen, und ziehe ein.

Schließlich steht mir nur einen Tag später bereits der erste Tag als Praktikantin bei Hugo Boss bevor. Ich laufe acht Blocks, vorbei an zahlreichen Galerien, bis ich ein Gebäude erreiche, dessen graue Fassade nur wenig an eine große Modelinie erinnert. Ein Blick auf das Türschild bestätigt jedoch nicht nur den Sitz meines Arbeitgebers, sondern auch zahlreicher anderer Designer.

Und tatsächlich: Ich werde sehr freundlich in einem ultraschicken Loft über den Dächern der Metropole mit Blick auf den Hudson River empfangen. Gott sei Dank, da ist er wieder: der Glamour! Mitarbeiter, die aussehen, als wären sie einschlägigen Modezeitschriften entsprungen, und ein Büro, so schön wie manch ein Schaufenster. Es liegt Stil in der Luft.

Nach jedem Tag voller Eindrücke falle ich erschöpft ins Bett, denn in dieser großen Stadt, die niemals schläft, habe ich das Gefühl, müder zu sein denn je.

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