Knifflige Denkaufgaben beim Restaurieren begeistern Peter Litgen. Sein aktuelles Projekt: Ein 65er-Karmann Coupé.

Peter Litgen arbeitet an der Restaurierung eines Karmann Ghia Coupé Typ 14 aus dem Jahr 1965. In seiner Lagerhalle bei Grefrath hat er die Originalteile gelagert, in der Krefelder Garage wird die Karosserie geschweißt.
Peter Litgen arbeitet an der Restaurierung eines Karmann Ghia Coupé Typ 14 aus dem Jahr 1965. In seiner Lagerhalle bei Grefrath hat er die Originalteile gelagert, in der Krefelder Garage wird die Karosserie geschweißt.

Peter Litgen arbeitet an der Restaurierung eines Karmann Ghia Coupé Typ 14 aus dem Jahr 1965. In seiner Lagerhalle bei Grefrath hat er die Originalteile gelagert, in der Krefelder Garage wird die Karosserie geschweißt.

Ein schwarzes Coupé aus Großbritannien.

Ein schwarzes Coupé aus Großbritannien.

A. Bischof, Bild 1 von 3

Peter Litgen arbeitet an der Restaurierung eines Karmann Ghia Coupé Typ 14 aus dem Jahr 1965. In seiner Lagerhalle bei Grefrath hat er die Originalteile gelagert, in der Krefelder Garage wird die Karosserie geschweißt.

Krefeld. Er ist so etwas wie der klassische Schrauber-Typ. Seit früher Jugend kann sich Peter Litgen für Autos begeistern – für Motoren und dafür, wie sie funktionieren. Naheliegend, dass der heute 51-Jährige den Beruf des Kfz-Servicetechnikers gewählt hat.

Sein Faible für alte Autos hat er dabei quasi gleich mit gelernt: „Der Chef des Betriebs, in dem ich nach der Lehre übernommen worden bin, war ein absoluter Oldtimer-Fan“ sagt Litgen. Individuelle Formen, simple, aber durchdachte und effektive Mechanik machen für ihn den Reiz der alten Karossen aus. „Wenn ich bei einem Auto die Haube aufmache, will ich sehen, was da los ist. Einen alten Wagen kann ich auf jedem Standstreifen der Welt reparieren und wieder zum Laufen bringen“, beschreibt Litgen die Vorzüge alter Karossen. Im Jahr 1978, erinnert er sich, begann er damit, sie zu sammeln.

Großes Ersatzteillager für den „Sekretärinnen-Porsche“

Mittlerweile erstreckt sich sein „Oldie-Fuhrpark“ auf zwei Hallen in der Region – gefüllt sowohl mit Liebhaberstücken als auch mit Gelegenheitskäufen. „Wenn du Autos sammelst, brauchst du auch immer viele Teile“, sagt der Handwerker. „Da schmeißt du nix weg – und mit den Jahren sammelt sich einiges an.“

Pragmatismus statt verklärter Auto-Nostalgie im Umgang mit den betagten Gefährten war und ist allerdings der Grundsatz von Peter Litgen: „Ich würde mich nicht davor scheuen, in so einem Auto auch einen Sack Kartoffeln zu transportieren“, sagt er. Aktuell beschäftigt sich der 51-Jährige am liebsten mit einem Oldtimer, in den für solche Transporte allerdings noch einige Stunden Arbeit gesteckt werden müssen: „Ein echter Sekretärinnen-Porsche von 1965“, sagt Litgen.

Die offizielle Bezeichnung kennt er natürlich auch: „Karmann Ghia Coupé Typ 14.“ Das Gefährt liegt in seine Teile zerlegt in Litgens Schrauber-Palästen: Die gesamte Unterbodengruppe, Motorteile sowie silber lackierte Kotflügel und Haube lagern in der Halle bei Grefrath – die Chassis auf einem eigens zurechtgeschweißten Rollgerüst in der heimischen Garage.

Wer seinen Oldtimer ebenfalls in der Westdeutschen Zeitung prasentieren will, schreibe eine E-Mail:

redaktion.krefeld@wz.de

„Ich habe das Auto bis auf die letzte Schraube zerlegt. Nur so kannst Du sicher sein, dass die Vorbesitzer den Wagen nicht zu einer Bastelbude gemacht haben“, sagt Litgen. Die Karosserie habe er auf den Millimeter genau wieder zusammengesetzt – kommt hier der sprichwörtliche weiche Kern in der harten Handwerker-Hülle zum Vorschein?

Original Automatikgetriebe ist ein Leckerbissen für Tüftler

Ins Schwärmen gerät Peter Litgen, als er das Automatikgetriebe seines Karmanns beschreibt: „Wurde nur ganz selten verbaut. Nicht ganz leicht, damit umzugehen, aber für Kenner ein Leckerbissen.“ Mit dem Getriebe steige unter Sammlern der Wert des Autos beträchtlich, weiß Litgen, „allerdings ist das Auto ansonsten nicht besonders selten.“ Die Teile seien gut zu bekommen und nicht übertrieben teuer, sein Job bei einem Krefelder Autohaus kommt ihm dabei ebenfalls zugute. „Vermutlich gibt es kaum noch Modelle, die so wenig gerostet haben wie dieser“, vermutet der Fachmann. Neben der rostfreien Karosse ist für Litgen ein möglichst originalgetreuer Zustand von Bedeutung.

Um persönliche Bereicherung geht es ihm dabei allerdings nicht. „Wenn ich einen Wagen aufbaue, geht es mir nicht darum, ihn zu verkaufen. Mich reizt die Denkaufgabe, das präzise Arbeiten – genau nach Maß.“

Wann er seinen Karmann Coupé „wieder flott“ gemacht hat, weiß Peter Litgen jetzt noch nicht. „Die Teile sind da, es ist eher eine Zeitfrage“. Auch wenn er sich auf die erste Ausfahrt mit dem Oldtimer freut – eigentlich geht es dem 51-Jährigen mehr um das genaue Restaurieren.

Allerdings fährt er auch gern Rennen: Litgen war bereits mehrfach als Fahrer bei Tourenwagenrennen in der Clubsport-Serie von Porsche dabei – in Italien etwa, Imola und Monza.

Was genau ihn dazu treibt, sich neben dem Beruf auch noch einen Großteil seiner Freizeit mit Autos zu beschäftigen, ist für den 51-Jährigen selbst mitunter ein Rätsel: Peter Litgen hat dafür nur eine ihm einleuchtende Erklärung parat: „Ich glaube, ich hab’ das Blut voller Benzin.“

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