Mit 83 Jahren kann sich Rudi Christ vorstellen, seine Aktivitäten etwas einzuschränken.

Bischof, Andreas (abi)

Krefeld. Rudi Christ, ehemaliger Hallenwart der Glockenspitzhalle, hat erfolgreich an den Senioren-Weltmeisterschaften im Radfahren, den Master Cycling Classics, teilgenommen. Beim Einzelzeitfahren (20 Kilometer) belegte der 83-Jährige in 35:55,47 Minuten den siebten Platz und im Straßenrennen (40 Kilometer) belegte er den 11. Platz in 1:16 Stunde.

Bei den Siegerehrungen erhielt Rudi Christ, der zum 15. Mal an der WM teilnahm, für seine Erfolge in der Klasse „80 Jahre und älter“ jeweils einen Pokal. „Jetzt soll Schluss sein mit der Quälerei auf dem Rennrad“, sagte Christ nach der WM.

Eigentlich kaum vorstellbar. Denn lange hat die Sportskanone die Füße nie stillhalten können. Christ ist und war ein Allround-Sportler, wie er im Buche steht. Als 13-Jähriger erkämpfte er sich seine erste sportliche Meisterschaft. Es begann mit Brustschwimmen. Danach spielte er lange Fußball, ehe er erfolgreicher Skiläufer wurde. 1965 wurde er Duisburger Stadtmeister im kombinierten Skilauf (Alpin und Langlauf).

Auch als Turner hatte er sich zu dieser Zeit einen Namen gemacht und war Teilnehmer der Turnfeste in Essen (1965) und Berlin (1968).

Schließlich fand er den Weg zur Leichtathletik. Als Geher startete er für Bayer 05 Uerdingen und holte mit Lothar Milden und Jochen Saleina Bronze in der Mannschaftswertung bei den Deutschen Meisterschaften 1970 in Berlin.

Parallel dazu erklomm Christ etliche Berge, darunter die Matterhorn-Nordwand, zweimal die Eiger-Nordwand, achtmal den Mont Blanc und den Shishapangma in Tibet mit 8046 Metern, den er als 65-Jähriger überwand.

Und dann entdeckte er das Rennradfahren für sich. Hier feierte er viele große Erfolge, hatte aber auch 1987 einen schweren Unfall. Die Ärzte holten den schon klinisch Toten wieder zurück ins Leben, so dass er seit 26 Jahren jährlich zwei Geburtstage feiert. Kurze Zeit später saß er schon wieder im Sattel und wurde 1987 und 1988 Europacupsieger.

Dass Christ auch eine künstlerische Begabung hat, macht ihn in Bayern und im Rheinland als Bildhauer berühmt. Unter anderem stiftete er mehrere seiner Werke der Stadt, so auch ein Handballrelief zum damaligen zehnjährigen Bestehen der Glockenspitzhalle.

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