Manuela Gredig hat den Film für sich entdeckt. Aber Familie und Beruf gehen für die Uerdingerin vor.

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Die 41-jährige Manuela Gredig war Komparsin im Film ,Maria, ihm schmeckt’s nicht’.

Die 41-jährige Manuela Gredig war Komparsin im Film ,Maria, ihm schmeckt’s nicht’.

Andreas Bischof

Die 41-jährige Manuela Gredig war Komparsin im Film ,Maria, ihm schmeckt’s nicht’.

Krefeld. In den frühen Morgenstunden wird eine Frauenleiche gefunden. Für Martin Stolberg und Gerichtsmedizinerin Dr. Hannah Voskort beginnt ein neuer Fall im ZDF. Und die Krefelderin Manuela Gredig ist mitten im Geschehen.

Die 41-jährige Erzieherin in einer katholischen Tagesstätte hat Spaß am Schauspielern gefunden. "Ich bin durch Zufall vor einem Jahr an einem Plakat zum Film ,Maria, ihm schmeckt’s nicht’ vorbeigekommen, für den Komparsen gesucht wurden", sagt die Mutter zweier Kinder. Die Story des Films gefiel ihr sofort, denn ihr Vater ist Grieche und kam als Gastarbeiter nach Deutschland, genauso wie Antonio, der zukünftige Schwiegervater von Hauptdarsteller Christian Ulmen alias Jan.

Den Job bekam Gredig, sammelte damit erste Schauspielerfahrungen und ist nun in der Kartei einer Castingfirma. Inzwischen verbucht sie auch einen Fernsehfilm bei ihrer Darstellerleistung - bei der Kommissar Stolberg-Folge "Kreuzzug" hat sie auch als Komparsin Set-Luft geschnuppert.

Das Drehen ist spannend, aber das Warten darauf langweilig

"Meistens ist man für diese Rollen nur einen Tag unterwegs", sagt Gredig, die auch Bauchtanz zu ihren Hobbys zählt. Aber für den Kinofilm "Unter dir die Stadt" hat sie sich zwischen Kindertagesstätte und Familie vier Tage freigeschaufelt, um in Düsseldorf für das Drama zu drehen. "Ich achte darauf, dass die Drehorte immer in der Nähe sind, und habe deshalb auch schon Angebote abgesagt", betont Gredig. Bis Köln, weiter würde sie nicht fahren.

In dem Film "Unter dir die Stadt" , der nächstes Jahr im Kino laufen wird, hat Manuela Gredig eine Sprechrolle als Teammanagerin, die dem Bankenmanager Roland zuarbeitet, der gerne seine Macht ausspielt.

Komparsen werden nicht hoch entlohnt. Der Satz von 50 oder 60 Euro pro Drehtag sind üblich. Der "Einsatz als Leiche" wird besser bezahlt. Dann werden 120 Euro fällig. Bei einer Komparsenrolle in einem Werbespot können aber auch 90 oder 500 Euro verdient werden.

Die Anreise zum Filmset müssen die Komparsen meist aus der eigenen Tasche bezahlen. Verpflegung vor Ort gibt es aber oft.

Für viele Engagements muss man ein Casting durchlaufen und Szenen nachspielen.

Entweder schreiben die Produktionsformen selbst die Jobs aus oder bedienen sich der vielen Casting-Agenturen, von denen es in NRW die meisten in Köln gibt.

Auf dem Set stand sie Seite an Seite mit Schauspielern wie Wolfgang Böck oder Mark Waschke, dem Hauptdarsteller bei den Buddenbrooks, erkannte aber nicht gleich jede Fernsehgröße: "Nachher habe ich sie gegoogelt", gibt sie zu.

Berührungsängste kennt sie nicht und fühlt sich immer gut beim Drehteam aufgenommen. Reizvoll ist für sie die Luft am Set, "diese Spannung - aber das Warten ist langweilig."

Für Geld mache sie das nicht, "nur zum Spaß", die 50 oder 60Euro sind eher als Aufwandsentschädigung zu sehen. Ihre Söhne Max (10) und Kai (12) finden es Klasse, was ihre Mutter macht. "Wir hatten auch schon ein Angebot, als Familie zu drehen, aber mein Mann würde das nicht mitmachen", sagt die Hobbyschauspielerin mit griechischem Temperament. Sie kann sich ganz verscheidene Rollen vorstellen. "Ich könnte alles." Für sie gibt es aber auch klare Grenzen: "Eine Raucherin oder Szenen mit Alkohol würde ich nicht spielen."

Die Schauspielerei als Hauptberuf wäre der Uerdingerin aber zu langweilig - auch Profis müssten Szenen zehn oder 15 Mal drehen. Außerdem will sie auch gar nicht berühmt werden. "Ich habe noch so viele Pläne: nach Afrika reisen, Fallschirmspringen und meinen Söhnen Vulkane zeigen."

So muss ihre Casting-Firma auch einige Absagen in Kauf nehmen. "Vor Weihnachten ist genug los, Privates geht vor", stellt sie klar und denkt schon an den nächsten Wettkampf ihrer Söhne beim Leistungsschwimmen. Aber nächstes Jahr kann Manuela Gredig sich wieder vorstellen, in Krimi, Drama oder Komödie mitzuspielen. Dann heißt es wieder im Kino: "Schau mal Mama, da bist du!" Und alle Köpfe drehen sich zu Familie Gredig um.

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