Der Große Russische Staatscircus begeistert mit Humor, Athletik – und einem echten Heiratsantrag.

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Artistinnen aus Athiopien begeistern im Russischen Staatscirkus.

Artistinnen aus Athiopien begeistern im Russischen Staatscirkus.

Bischof, Andreas (abi)

Artistinnen aus Athiopien begeistern im Russischen Staatscirkus.

Krefeld. Mit dem Motto „Traum-Trip“ verspricht der Große Russische Staatscircus keineswegs zu viel. Die rund 40 Künstler aus acht Nationen unterhielten ihre Gäste bei der Premiere bestens – mit einem bunten Reigen aus Tanz, Ballett, Illusion, Jonglage, Athletik und Humor.

Den wohl waghalsigsten Auftritt legten vier brasilianische Motorradfahrer in der sogenannten Todeskugel hin. Dabei steigerten sie den Nervenkitzel noch, indem sie nach und nach die Kugel füllten, um eine mutige Artistin herumfuhren und schließlich zu viert durch den Stahlkäfig kurvten, wobei sich dieser auch noch während der halsbrecherischen Fahrt öffnete. „Ich habe schon zwei Mal Unfälle miterlebt, die zum Glück stets glimpflich abgelaufen sind“, gesteht Thierry Dourin der WZ. Damit verweist der Conférencier darauf, dass artistische Stunts nie gefahrlos sind.

Die Frage bleibt: Wie geht das – und kann ich meinen Augen trauen?

Das wissen auch die Zuschauer, denen regelrecht der Atem stockte. Für Entspannung zwischen den aufregenden Vorführungen sorgte immer wieder Clown Gagik Avetisyan im Gewand von Charlie Chaplin, der sich für seine Parodien Mitspieler aus dem Publikum suchte.

Zauberhaft und erstaunlich war der Auftritt von sechs jungen Äthiopierinnen, die eine Körper-Performance mit schier unglaublichen Verrenkungen boten. Fasziniert zeigten sich die Zuschauer von Magic Woman Urbanovitch, einem Artistenteam, das Menschen auf extravagante Art verschwinden und wieder auftauchen ließ. Allein die Frage blieb: Wie geht das – und kann ich meinen Augen noch trauen?

Ein weiterer Höhepunkt war die Flugnummer der drei jungen Trampolinspringer, die sich entlang einer Wandkulisse bis zu neun Meter hoch in die Zirkuskuppel katapultierten. Weniger spektakulär, aber äußerst unterhaltsam, erlebten die Zuschauer ein Reihe weiterer zirzensischer Darbietungen, zum Beispiel die Slapstick-Parodie mit Akrobatik auf dem „größten Fahrrad der Welt“, Igor und Marina Markevich mit ihrer humorvollen Hundedressur und Gipsy-Reiter Yuri Volodchenkov auf seinem andalusischen Pferd ohne Zügel.

Keine Raubtier-Nummern, aber man vermisst sie auch nicht

Bis zum 8. Januar gibt der Große Russische Staatscircus täglich zwei Vorstellungen (jeweils 15 und 20 Uhr; Sonntag, 11 und 15 Uhr).
 

Vorbestellungen sind über die aktuelle Hompage des Großen Russischen Staatscircus (www.traum-trip.de) möglich.
 

Das sind allerdings auch die einzigen Tiere, wie Dourin erklärt. Auf Raubtier-Nummern verzichte man schon lange, weil Behördenauflagen und Tierschützer-Einsprüche zu groß seien. Solche Auftritte sind auch gar nicht nötig, wie die Standing Ovations am Ende der Vorstellung bewiesen. Sie gehörten auch dem russischen Artisten- und Illusionistenpaar Rodion und Julia, weil er ihr zu Silvester den Verlobungsring an den Finger steckte.

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