Das Konzert von René Kollo und dem Chor St. Stephan wird begeistert bejubelt.

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René Kollo mit dem Kirchenchor von St. Stephan im Hintergrund bei den Proben in der Friedenskirche.

René Kollo mit dem Kirchenchor von St. Stephan im Hintergrund bei den Proben in der Friedenskirche.

Aandreas Bischof

René Kollo mit dem Kirchenchor von St. Stephan im Hintergrund bei den Proben in der Friedenskirche.

Krefeld. "Auf der Heide blühn die letzten Rosen" - mit einem altbekannten Lied von Robert Stolz begrüßt René Kollo sein Publikum beim Konzert in der Friedenskirche. Das wartet an diesem Samstag bereits sehnsüchtig auf den Auftritt des Tenors, der vielen über Jahrzehnte hin bekannt ist und dessen Glanzpartien wie u.a. der Florestan in Beethovens "Fidelio" im Gedächtnis eingegraben ist.

Unter dem Motto "Ein Tag, ein Jahr, ein Leben" , dem Titel des letzten Liedes des Programms, subsumiert Kollo ein Programm, das zusammengesetzt ist aus Operettenarien, Liedern, geistlicher Musik, Chanson und Volkslied - ein Sammelsurium unterschiedlicher Stimmungen, sentimental und auch durchaus sensibel. Und das gelingt Kollo denn auch, die musikalische Interpretation, textverständlich und aus der Musik empfunden.

Das etwas verstaubte Durcheinander der Stückauswahl korrespondiert zu den netten Anekdoten. Von Lehar aus dem "Land des Lächelns" das Stück "Immer nur lächeln", von Stolz "Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde", das italienische Lied "Caro mio ben", die Eingangsarie des Xerxes aus der Oper "Xerxes" von Händel, bekannt als das "Largo".

Auch drei Brahms-Lieder sind dabei, darunter "In stiller Nacht" und aus der Oper "Evangelimann" von Engelbert Humperdinck "Selig sind, die Verfolgung leiden". Dazwischen sandte Puccini "versehentlich" einen Weihnachtskuchen an Toskanini, mit dem er sich doch zerstritten hatte und der telegraphierte umgehend zurück, er habe den Kuchen "versehentlich" aufgegessen. Verdi half dem Drehorgelspieler zu richtigen Tempo, der dann verkündete, er sei ein Schüler Verdis.

Alle Stücke werden an der großen Orgel der Friedenskirche begleitet von Wolfgang Wedel. Ihm obliegt es auch, die Intonation mitunter wieder herzustellen und einzelne Stücke als Pausenfüller dazwischen zu schieben - wenig einfallsreich und ohne sie anzukündigen.

Kollo gestaltet die Lieder, Arien und Songs unterschiedlich. Manchmal ist der Glanz der Stimme noch zu spüren, dann wieder bedarf es der hohen sehr durch das Vibrato bestimmten Töne nicht unbedingt. René Kollo erläutert dann selbst, dass er in verschiedenen Städten einen Chor sucht, der mit ihm zusammen in der jeweiligen Stadt auftritt.

Hier sei es nun der Kirchenchor St. Stephan unter seinem Leiter Ulrich Stuers. Wie berichtet, hatte der Chor kaum Zeit zur Organisation der Proben und des Auftritts und sprang sozusagen "ins kalte Wasser". Das Engagement ist besonders hervorzuheben, da die Sängerinnen und Sänger des Chores ein interessantes "Zwischenprogramm" bieten, das von Stuers engagiert geleitet wird.

Es erklingt u.a. aus César Francks Missa A-Dur das "Panis angelicus" zusammen mit René Kollo, die deutsche Fassung des Liedes "Das Glöckchen" und von John Rutter "Look at the wunderful world". Zuletzt kommen Chor und Solist nochmals zusammen auf die Bühne und gestalten das Volkslied "Der Mond ist aufgegangen", wobei der Chor die erste, Kollo die zweite und Chor, Solis und Publikum die dritte Strophe singen. Herzlicher Beifall und sogar Begeisterung.

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