Das Haus der Seidenkultur hat sein Zehnjähriges mit einem unterhaltsamen Nachmittag gefeiert.

Im „Haus der Seidenkultur“ finden regelmäßig Ausstellungen statt.
Im „Haus der Seidenkultur“ finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Im „Haus der Seidenkultur“ finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Dieter Brenner ist im Förderverein für die Betreuung der Besucher zuständig. Ihnen zeigt er imWebsaal auch den Scheerrahmen.

Dieter Brenner, Hansgeorg Hauser und Dieter Blatt (v.l.) führen durch das Jubiläumsprogramm.

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Im „Haus der Seidenkultur“ finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Krefeld. Die Stadt wie Samt und Seide lebt nicht von ihrer Tradition allein. Dafür sorgt seit nunmehr zehn Jahre eine engagierte Truppe ehrenamtlicher Textilfachleute- und -freunde. An der Luisenstraße im Haus der Seidenkultur laden sie Besucher aus nah und fern dazu ein, auf „300 Quadratmetern Geschichte 300 Jahre Krefelder Zukunft“ hautnah zu erleben.

„Sie können stolz auf all das sein, was sie auf die Kette gebracht haben“, betonte Oberbürgermeister Gregor Kathstede als Schirmherr des einzigartigen Industriemuseums am Sonntag bei der Jubiläumsfeier zum Zehnjährigen im Foyer der Friedenskirche.

Mit Hightech-Gewebe knüpfen Firmen an Krefelds Geschichte an

Auch wenn die beiden Mitglieder des Fördervereins, Dieter Brenner als Meister Ponzelar und Dieter Blatt als Seidenweber Cornelius de Greiff, als Moderatoren im vierstündigen anspruchsvollen Programm die Historie Krefelds immer wieder lebendig werden lassen – verstaubt klingt es an keiner Stelle.

Sie erinnern nicht nur an die bekannten früheren Seidenwebereien, sondern begrüßen im großen Kreis der Gäste auch die „Seidenweber von morgen“. Dazu gehören beispielsweise Vertreter der Verseidag-Tochterfirma Indutex ebenso wie die der Firma Wolters & Co.

Während Indutex sich einen Namen mit modernen Hightech-Textilien für die Zeltstadt in Mekka oder den Sportstadien dieser Welt gemacht hat, liefert Wolters mit technischem Funktionsgewebe den Stoff für die modernen Elektrowesten der Fechter, der die Kämpfer schützt, Strom leitet und dadurch heutzutage die Treffer im Wettkampf sichtbar macht. Bei einer Demonstration der Fechtabteilung des KTSV Preussen können sich die Anwesenden selbst ein Bild davon machen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten das Saxophon-Quartett der Städtischen Musikschule, Anh-Tuan Bui am Flügel (Finalist des Wettbewerbs „Jugend musiziert“) und das Vokalensemble St. Dionysius.

Die Museumspädagoginnen Dr. Ulrike Denter und Ortrud Eckelboom demonstrierten mit Kindern der Grotenburgschule, wie der „Lebendige Webstuhl“ funktioniert. Gebaut hat ihn Günter Göbels.

Am 27. Januar um 16 Uhr wird an der Luisenstraße 15 die neue Ausstellung „novARTex“ eröffnet. Gezeigt wird die Textilkultur im Wandel. Die High-Tech-Weber der Seidenstadt schaffen eine textile Zukunft.

Dass die alte Paramentenweberei Hubert Gotzes mit ihrem originalgetreuen großen Websaal gerettet worden ist, verdankt sie einigen weitsichtigen Krefeldern, allen voran dem damaligen Stadtarchivar Paul-Günter Schulte, dem damaligen Chef der Unternehmerschaft, Dr. Hans-Günter Fix, sowie Dr. Wilhelm Stratmann vom Museum Burg Linn. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung NRW und der Sparkasse gründeten sie einen Förderverein und kauften für 300 000 Eeuro die Weberei samt Inventar. Das war vor zehn Jahren.

Aaus ganz Deutschland kommen Gruppen an die Luisenstraße

„Mittlerweile kommen aus ganz Deutschland Gruppen nach Krefeld zu uns“, erklärt Hansgeorg Hauser in seiner Rede. Das Angebot komme an bei den Menschen. Gleichzeitig weist der Vorsitzende des Fördervereins aber auch darauf hin, dass das Museum mit seinen Exponaten, seiner Maschinensammlung und mit seinen Veranstaltungen räumlich und personell an seine Grenzen stößt.

Deshalb wird er nicht müde, auch in diesem Kreis für seine Vision von einem weiteren Gewerbemuseum, dem Haus der Zukunftsgeschichte, zu werben. „Dadurch hätten wir die einmalige Chance, einen lebendigen Erlebnisraum für die Textilgeschichte und -zukunft Krefelds zu schaffen und sie zu erzählen.“

Bereits jetzt ist der Museumsbetrieb nur durch den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter möglich. „7720 Stunden, 6280 davon ehrenamtlich und unentgeltlich, sind allein im vergangenen Jahr geleistet worden. Das entspricht der Arbeitsleistung von drei Vollzeitstellen“, erklärt Hauser und dankt denjenigen für ihr Engagement.

Kathstede schließt sich seinen Worten an. Er ehrt mit Urkunde und Ehrenteller der Stadt den Patroneur Günter Göbels, die Weber Günter Oehms und Manfred Weisters. „Ohne Sie wäre der Erhalt der Paramentenweberei Gotzes nicht möglich gewesen.“

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