25 Jahre nach dem Pokal-Triumph gedenkt der KFC Uerdingen der goldenen Zeiten. Eine Replik des Cups ist der Star des Abends.

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Ein Küsschen in Ehren: Ex-Torwart Werner Vollack mit nostalgischen Gefühlen.

Ein Küsschen in Ehren: Ex-Torwart Werner Vollack mit nostalgischen Gefühlen.

Andreas Bischof

Ein Küsschen in Ehren: Ex-Torwart Werner Vollack mit nostalgischen Gefühlen.

Krefeld.  Statt mit einem roten Teppich begrüßt das Cinemaxx am Hauptbahnhof die Pokal-Helden mit grüner Auslegeware. Am 26. Mai 1985 hatte der FC Bayer Uerdingen den großen FC Bayern München im DFB-Pokalfinale in Berlin mit 2:1 bezwungen, es blieb der bis heute einzige Titel im Profifußball für die Uerdinger. Auch deshalb sind die Protagonisten von einst zu Helden geworden.

Ein Vierteljahrhundert später sind hunderte Fans in der zweiten Etage des Kino-Komplexes versammelt. Mit dem Dokumentarfilm "Neunzehnfuenfundachtzig" und einer Party schwelgen Fans und Spieler in Erinnerungen. Dicht gedrängt tummeln sich die Autogramm-Jäger vor dem Kino 9. Viele haben sich den Dokumentarfilm zum Preis von 1985 Cent schon gekauft und nutzen nun das Booklet, um Autogramme zu sammeln.

"Vielleicht nehme ich den mit nach Tirol."

Wolfgang Schäfer über den Pokal

Mittelfeldspieler Peter Loontiens wurde im Pokalfinale nach einer Stunde eingewechselt. Fleißig leistet er in der Lobby Unterschriften und wird plötzlich stutzig: Ein Fan zeigt mit dem Finger auf das Porträt Werner Vollacks, Torhüter der Sieger-Elf, und bittet Loontiens um sein Autogramm. Der kommentiert den Faux-pas mit einem "Na . . ." und unterschreibt auf dem richtigen Foto. "Das hätte ich nicht gedacht", sagt Loontiens mit Blick auf die vielen jungen Leute, die den Helden von damals huldigen.

Verdutzt über den großen Andrang ist auch Dr. Gerd Fobbe. Denn der ehemalige Mannschaftsarzt steht bei den Autogramm-Jägern hoch im Kurs.

Bei den lebensgroßen Bayer-Spielern aus Pappe, mit denen sich die Anhänger fotografieren lassen können, ist eine Verwechslung ausgeschlossen. Denn die Papp-Mannschaft zeigt die Spieler von 1985. Heute sind sie zwar um 25 Jahre gealtert und haben sich den Frisurentrends angepasst, ihren Charakter aber haben sie sich erhalten. Wie Wolfgang Schäfer: Nach dem gewonnen Finale war er kaum vom "seinem" geliebten Pokal zu trennen.

Nicht alle Beteiligten des Pokal-Triumphs kamen zum Jubiläum. Trainer Karl-Heinz Feldkamp und die Spieler Ludger van de Loo, Friedhelm Funkel und Wolfgang Funkel waren nicht da.

Der KFC-Präsident war begeistert: "Das zeigt, für welchen Club, welche Tradition wir alle arbeiten. Das hat gut getan und gibt auch mir persönlich Auftrieb, weiter zu arbeiten, um irgendwann ähnliches zu erreichen."

Auch 25 Jahre später hat Schäfer, der eine Fußballschule in Tirol betreibt, das gute Stück wieder im Blick. Goldig schimmert die Replik vor dem Kino-Saal und jeder möchte ein Foto mit der begehrtesten Dame des Abends. "Vielleicht nehme ich den mit nach Tirol", scherzt Schäfer.

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