Das St. Petersburgre Staatsballett begeistert mit der Eistanz-Version von Tschaikowskis „Nussknacker“.

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„Nussknacker on Ice“ ist seit Jahren ein Renner auf Tourneen in Europa, Asien und den USA. Nun war das St. Petersburger Staatsballett auch in Krefeld zu Gast.

„Nussknacker on Ice“ ist seit Jahren ein Renner auf Tourneen in Europa, Asien und den USA. Nun war das St. Petersburger Staatsballett auch in Krefeld zu Gast.

Dirk Jochmann

„Nussknacker on Ice“ ist seit Jahren ein Renner auf Tourneen in Europa, Asien und den USA. Nun war das St. Petersburger Staatsballett auch in Krefeld zu Gast.

Krefeld. Claras weihnachtlicher Traum schwebt über das Eis der Krefelder Arena: Das St. Petersburger Staatsballett on Ice ist mit dem Tschaikowski-Ballett "Nussknacker" zu Gast.

45 Eistänzer russischer Schule begeistern die rund 1300 Zuschauer mit einer anmutigen Version des klassischen Balletts, die seit Jahren ein Renner auf zahlreichen Tourneen durch Europa, die USA und Asien ist.

Die Traumhandlung ist eine ideale Vorlage für die Umsetzung auf Eis: Die Figuren des Hauses Stahlbaum, vor allem die vielen Spielzeug-, Mäuse- und anderen Fantasiegestalten, erscheinen durch das sanfte Gleiten auf der Eisfläche noch unwirklicher.

Allerdings wirken die knapp 15 Meter Bühnenbreite auf dem 60-Meter-Feld etwas verloren - und sind zu begrenzt, um technische Laufleistung und doppelte oder dreifache Sprünge zu demonstrieren. Eisballett ist nun einmal kein Sprungwettbewerb.

Routinierte Perfektion in allen Bewegungen

Besonders beeindruckend sind der Reichtum und die prächtige Vielfalt der traditionell romantischen Kostüme: von langen Rüschenkleidern über Ballettröckchen bis zu orientalischen, chinesischen, spanischen und anderen folkloristischen Gewändern.

"Nussknacker on Ice" war ursprünglich als einmaliges Event zum 300. Geburtstag der Stadt St. Petersburg geplant.

Der weltweite Erfolg hat sich geradezu explosionsartig eingestellt. In den vergangenen Jahren tourt das St. Petersburger Staatsballett on Ice durch die halbe Welt: Europa, Asien und Nordamerika.

Die Bewegungsabläufe in allen Szenen sind durch routinierte Perfektion gekennzeichnet - eine Augenweide durch die in Größe und Grazie passenden Figuren der Tänzerinnen und Tänzer.

Herausragend sind die Hauptdarsteller Ekaterina Galyos, Roman Zarutskiy und Viacheslav Vodopyanov. Clara beeindruckt mit ihrer Zartheit, die sich in ihrem Prinzessinnen-Traum in Weiblichkeit wandelt.

Mäusekönig, Harlekin und die Soldaten dürfen kraftvoll auftreten, die fluoreszierenden Schmetterlinge geben dem Kostümreigen farbliche Tupfer, der Zauberer in seinem Sternenmantel knirscht wie eine Furie über das Eis.

Schade ist es fürs Bild, dass die Tänzer auf der im Eis eingefärbten Werbung der Pinguine-Sponsoren auftreten müssen, die überhaupt nicht zu den traditionellen Kostümen und Märchenfiguren passt.

Das von Mikhail Kaminov geleitete und von Konstantin Rassadin choreografierte Eis-Ballett, das parallel auch mit einer Version des "Schwanensee" unterwegs ist, hat insgesamt rund 80 Eisläufer und 800 Kostüme im Einsatz.

Die tragenden Rollen sind drei- bis vierfach besetzt. Kaminov war nach einer Paarläufer-Karriere bereits 1967 Solist beim Petersburger Ballett, Rassadin 23 Jahre lang Solist im Marinski-Ballett. Er drückt dem "Nussknacker" den Stempel "Eisballett" auf.

Die Aufführung wird nicht zuletzt von vielen russischen Einwanderern aus Krefeld besucht, deutlich wahrzunehmen im bunten Stimmengewirr während der Pause.

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