300 Zuschauer bewundern russische Tänzer bei „Nussknacker on Ice“.

Nussknacker
Graziös und technisch perfekt: die Tänzer aus St. Petersburg.

Graziös und technisch perfekt: die Tänzer aus St. Petersburg.

Jochmann, Dirk

Graziös und technisch perfekt: die Tänzer aus St. Petersburg.

Krefeld. Wenn sich die hölzerne Figur in einen Prinzen verwandelt und die kleine Clara zur Prinzessin wird, ist mit Tschaikowskis „Nussknacker“ eine der schönsten Weihnachtsgeschichten überhaupt erzählt. Im Eisballett, wie es die Zuschauer im König-Palast jetzt erlebten, geraten die Figuren der Traumwelt ins Schweben – eine perfekte Umsetzung.

Das St. Petersburger Staatballett on Ice war zum dritten Mal in Krefeld zu Gast und erntete verdienten Applaus für die märchenhaften Aufführung. 45 Eistänzer russischer Schule – personell etwas dünner als in den beiden vergangenen Jahren - begeisterten die rund 1300 Zuschauer mit einer anmutigen Version des klassischen Balletts.
Die Traumhandlung mit vielen Spielzeug- und anderen Fantasiegestalten wird durch das sanfte, fast schwerelose Gleiten auf Eis noch unwirklicher. Die knapp 20 Meter breite Bühne wirkte allerdings auf dem 60-Meter-Feld etwas verloren.

Die prächtige Vielfalt der Kostüme begeistert

Merkmal der Aufführung ist vor allem das Märchenhafte. Eisballett ist nun mal kein Sprungwettbewerb, sondern eine harmonische Bewegungsabfolge in verwunschener Szenerie. Besonders beeindruckend waren der Reichtum und die prächtige Vielfalt der traditionell romantischen Kostüme, von langen Rüschenkleidern über Ballettröckchen bis zur Kleidung bei orientalischen, chinesischen, spanischen und anderen folkloristischen Tänzen.

Herausragend, vor allem technisch, waren die Darsteller. Clara beeindruckte mit ihrer Zartheit, die sich in ihrem Prinzessinnen-Traum in Weiblichkeit verwandelte. Mäusekönig, Harlekin und die roten Soldaten durften hingegen kraftvoll auftreten, die fluoreszierenden Schmetterlinge gaben dem Kostümreigen farbliche Tupfer, der Zauberer in seinem Sternenmantel knirschte wie eine Furie über das Eis.

Mit dem „Nussknacker“ in einer anderen Version hatte sich das Petersburger Staatsballett schon 1967 unter Konstantin Boyarksi etabliert. Er verband zum ersten Mal Eistanzen mit klassischem russischen Ballett. Das von Konstantin Rassadin choreografierte Stück wurde auch von vielen russischen Migranten besucht, wahrzunehmen im Stimmengewirr in der Pause.
 

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