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Nicole Schwarzbach in ihrem Atelier an der Rheinbabenstraße.

Nicole Schwarzbach in ihrem Atelier an der Rheinbabenstraße.

Andreas Bischof

Nicole Schwarzbach in ihrem Atelier an der Rheinbabenstraße.

Krefeld. Das hellblaue Haus fällt sofort ins Auge. Im historischen Ortskern von Linn, genau gegenüber der Kirche St. Margareta, gibt es ein neues Künstleratelier. Es trägt den witzigen Namen Widerborst und gehört Nicole Schwarzbach, einer jungen quirligen Künstlerin.

Sie wurde 1970 in Duisburg geboren und studierte Kunst im Rahmen eines Lehramtsstudiengangs an der Universität Siegen. Seit 2003 lebt sie in Krefeld und hat jetzt nach längerem Umbau das charmante Haus in Linn bezogen, das ihr gemeinsam mit ihrer Familie auch als Wohnsitz dient. Malerei, Plastik und Objektkunst sind die Bereiche, in denen Schwarzbach künstlerisch tätig ist.

Gerne lässt sie sich von alten Dingen inspirieren. So hat die Renovierung des alten Hauses verschiedene Werke hervorgebracht. Ein Stück bröckelndes Mauerwerk wird zum Bildmotiv, aus altmodisch gemusterten Tapeten ist eine charmante Collage entstanden. Auf der Fensterbank sitzen filigrane, helle Tonfiguren.

Schwarzbach hat etwas für zierliche Formen übrig. So haben sie die hauchdünnen und kunstvoll ausgeführten Schriftzüge eines über hundert Jahre alten Poesiealbums fasziniert. "Ich musste erst lernen, die alte Schrift zu lesen" berichtet die Künstlerin, die das Buch von einer Freundin geschenkt bekommen hat.

Aus der intensiven Beschäftigung damit ist eine mehrteilige Arbeit entstanden, die sie jetzt erstmalig präsentiert und die ihr besonders am Herzen liegt. "Zehn Vorschläge zum Umgang mit alten Dingen" ist eine Reihe von kleinen Wandobjekten, die sich mit den alten Schriftbildern auseinandersetzten.

Rheinbabenstraße 132, geöffnet samstag und sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Von einer als "Archiv" bezeichneten Analyse über die Konservierung in einem Glas bis hin zur Füllung einer alten Stoffkatze ("zu Hause"). Das Papier wird zu winzigen Röllchen gedreht, als ausgestanzte "Essenz" in leere Tablettenformen gefüllt oder wird zur endlosen Papierrolle, auf der in ständiger Wiederholung ein mahnendes "du sollst" zu lesen ist. Eine poetische und tiefgründige Auseinandersetzung, die alte und neue Dinge kreativ miteinander verbindet.

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