Eröffnung: Hunderte Besucher strömen in den Zoo, um das neue Schmetterlingshaus zu bewundern.

Berührungsangst kennen die Schmetterlinge nicht: Sie lassen sich sogar auf den Besuchern nieder.
Berührungsangst kennen die Schmetterlinge nicht: Sie lassen sich sogar auf den Besuchern nieder.

Berührungsangst kennen die Schmetterlinge nicht: Sie lassen sich sogar auf den Besuchern nieder.

Andreas Bischof

Berührungsangst kennen die Schmetterlinge nicht: Sie lassen sich sogar auf den Besuchern nieder.

Krefeld. Die blauen Schmetterlinge flattern in einem kleinen Schwarm durch ihr neues Zuhause, immer auf Augenhöhe. Ein kleines Mädchen weicht ihnen aus: Das ist ihr denn doch zu fremd. "Die Tiere müssen sich erst mal eingewöhnen", sagt Petra Schwinn vom Zoo Krefeld. "An den Raum und an die Menschen."

Denn das Schmetterlingshaus ist erst seit Freitagnachmittag für die Besucher geöffnet. Das Gebäude mit den großen Glasfenstern hat die Form eines Zeltes. Seine Konstruktion mit der tragenden Säule aus Beton entspricht dem Aufbau der großen Schwester, des Regenwaldhauses.

"Die Tiere müssen sich erst mal eingewöhnen - an den Raum und die Menschen."

Petra Schwinn, Zoo Krefeld

Am Eingang zum Schmetterlingshaus hängen schwere Ketten: eine provisorische Schleuse. Denn die blauen Falter haben auch schon fix den Weg nach draußen entdeckt. Zwei Tierpfleger stehen mit einem Kescher am Eingang, um Ausreißer wieder einzufangen. Die schönen Blauen heißen Schillerfalter, manche nennen sie Morphofalter. "Insgesamt haben wir rund 30 Arten hier", sagt Petra Schwinn, es sollen mal 40 sein. Mit Überraschungseffekt: "In den Lieferungen sind die Hälfte der Arten bestellt, die anderen legen die Züchter je nach Bestand bei."

Eine der Attraktionen ist zurzeit der Atlasfalter, in warmen Orange- und Brauntönen. Er ist größer als eine Männerhand und ruht dekorativ an einer Staude. Andere Tiere falten ihre Flügel sofort zusammen, wenn sie sich niederlassen, etwa die Bananenfalter. Sie tragen auf der Außenseite ihrer Flügel eine Tarnung: Ein braunes Auge scheint an dem Stengel zu sitzen. Kleinere Falter in allen Farben schwirren herum, saugen hier an einer Blüte oder dort an einem Stück Obst. Sie haben es gern überreif und versenken dann ihren Rüssel in ein Pfirsich- oder Bananenstück.

Ein kleiner Junge versucht, die Flügel des Tieres zu berühren oder es wegzupusten: Er lernt bei diesem Besuch, dass man die filigranen Geschöpfe besser ganz in Ruhe ihr Schmetterlingsleben führen lässt. Viele Besucher kommen mit Kindern oder Enkeln und gehen mit großen Augen einmal im Kreis durch das 145 Quadratmeter große Haus. Sogar einen Wasserlauf mit Brücke haben die Gestalter eingebaut.

Das Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit ist für die Besucher ungewohnt

570.000 Euro hat der Neubau von Schmetterlingshaus und Vorhalle gekostet - 550.000 Euro zahlten die Zoofreunde.

Der neue 16-eckige Schmetterlingsdschungel hat eine Fläche von 145 Quadratmetern, in der Mitte 8,50 Meter Höhe.

Krefelds Zoo hat nun vier Tropenhäuser: das Menschenaffenhaus, gebaut 1975, Vogelhaus (1989), Regenwaldhaus (1998) und das jetzt neu eröffnete Schmetterlingshaus.

In den Kästen rechts und links vom Eingang zeigt der Zoo am lebenden Objekt die vorangehenden Stadien der Metamorphose: Raupen fressen sich durch, und Larven verpuppen sich. Für aufmerksame Beobachter ein spannender Blick in die Tropen.

Allerdings: Das Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und warmer Temperatur ist für die Besucher erst mal ungewohnt. An einem normalen Ferienfreitag kommen durchschnittlich 1200 Besucher - am Eröffnungstag des Schmetterlingshauses waren es 1700.

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