Der noch namenlosen Nachwuchs der Sumatra-Tiger Sutera und Beludru hatte am Freitag einen Termin beim Tierarzt.

Zoo
Im Arm von Pfleger Thomas Hamma ist die Welt noch in Ordnung.

Im Arm von Pfleger Thomas Hamma ist die Welt noch in Ordnung.

Im Arm von Pfleger Thomas Hamma ist die Welt noch in Ordnung.

Große Klappe und keine Zähne – es sollte eigentlich eine Drohung sein.

Sie müssen nicht laufen, sie werden im Weidenkorb getragen. So gehört es sich für Tigerbabys.

Tigerbabys kuscheln gerne, besonders wenn Mama gerade nicht da ist und der Besuch beim Tierarzt ansteht.

Bischof, Andreas (abi), Bild 1 von 5

Im Arm von Pfleger Thomas Hamma ist die Welt noch in Ordnung.

Krefeld. Es rappelt ganz schön in dem Weidenkorb, den die Tierpfleger Thomas Hamma und Benjamin Harr Richtung Waage tragen. Leises Grummeln wird zu verärgertem Knurren und endet in lautem Fauchen. Doch das, was da im Korb den Aufstand probt und sich als Monster gebärdet, entpuppt sich schließlich als ein getigertes Knäuel ohne Zähne, mit viel zu großen Tatzen und sechs leuchtend blauen Augen.

Die drei jüngsten Nachkommen (geboren am 28. März) der Sumatra-Tiger Sutera und Beludru haben gestern ihre Wurmkur von Zootierarzt Martin Straube bekommen. Die WZ, als Pate der Eltern, wurde zur Audienz gebeten. Für die beiden Mädchen und den Kater gab es Tropfen der Wurmkur in den Nacken. Schmerzfrei und notwendig, wie Straube erklärt: „Der Parasit sitzt in der Milchdrüse der Mutter. So nehmen die Babys ihn auf.“

Der Tierarzt ist sehr zufrieden mit der Entwicklung der Tigerbabys

Fast wäre damit der Arztbesuch auch schon überstanden, wenn da nicht noch die Waagschale gewesen wäre. Ruhig sitzen bleiben? Das ist mit Babytigern nicht zu machen. Ab und zu holen die drei mit ihren Pranken zum Schlag aus und wollen zeigen, was Sachen ist. Hilf nur nichts, das Gewicht muss her. Und mit dem ist der Tierarzt zufrieden. 4,5 und 4,6 Kilo bringen die Katzen auf die Waage, proppere 5,2 Kilo der Kater. Dann noch die Kontrolle der nicht ganz vorhandenen Zähne und dann geht es zurück ins Körbchen für ein paar Streicheleinheiten. Das werden wohl bald die letzten sein, denn Zähne und Krallen wachsen schnell. Bei ihrem nächsten Arzttermin in vier Wochen müssen sich die Pfleger schon Handschuhe anziehen.

Noch werden die Babys nicht ins große Gehege gelassen, mit Wasserlauf und Klettermöglichkeiten ist es nicht Kindersicher, erklärt Zoosprecherin Petra Schwinn. Besucher können die Kleinen im Juni oder Juli sehen. Für Ungeduldige hängt im Gehege eine Kamera. Über einen Fernseher kann der Nachwuchs beobachtet werden.

Die Sumatra-Tiger Sutera und Beludru sind seit 2001 im Krefelder Zoo. Ein Jahr zuvor wurde sie in Dortmund bzw. Berlin geboren. Die drei Tigerbabys sind ihr dritter Nachwuchs. 2003 sind Raja und Ratu auf die Welt gekommen. Raja lebt mittlerweile in einem Zoo bei Brisbane in Australien, Ratu ist in Warschau. Jambi und Jarum (2008 geboren) sind in Frankreich und den Niederlanden (Arnheim).

Die Sumatra-Tiger sind vom Aussterben bedroht. Auf der indonesischen Insel Sumatra gibt es noch schätzungsweise 250 wild lebende Exemplare. Rund 200 weitere leben in Zoos auf der ganzen Welt.

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