Klappe auf für die große Karriere: Am liebsten möchte die Krefelderin Serena Backschat bald ans Babelsberger Filmgymnasium wechseln.
Klappe auf für die große Karriere: Am liebsten möchte die Krefelderin Serena Backschat bald ans Babelsberger Filmgymnasium wechseln.

Klappe auf für die große Karriere: Am liebsten möchte die Krefelderin Serena Backschat bald ans Babelsberger Filmgymnasium wechseln.

Andreas Bischof

Klappe auf für die große Karriere: Am liebsten möchte die Krefelderin Serena Backschat bald ans Babelsberger Filmgymnasium wechseln.

Krefeld. Grimmig schaut das Mädchen drein, als es vor dem Spiegel steht. „Du bist zu fett!“, geht es ihr durch den Kopf. „Dünne Menschen sind besser!“ Dann ein Szenenwechsel: Lustlos rührt die Jugendliche in einem Klecks Apfelmus auf dem Teller herum, sie misst den Umfang ihres kleinen Fingers, erbricht sich und studiert die Kalorientabellen auf den Joghurtbechern im Kühlschrank. Zum Schluss beißt sie doch in einen Apfel, in dem kleine Fähnchen stecken. „It’s just food“, steht da: Es ist doch nur Essen.

Der Film ist kurz, dauert nur knapp drei Minuten und man sieht ihm an, dass er nicht mit professioneller Ausrüstung gedreht wurde. Trotzdem hinterlässt er einen starken Eindruck - erst recht, wenn man weiß, wer dahintersteckt. Denn Serena Backschat, Drehbuchautorin, Regisseurin, Kamerafrau und Cutterin in Personalunion, ist gerade einmal 15 Jahre alt und besucht die neunte Klasse des Gymnasiums Horkesgath.

„Ich habe nur ein begrenztes Budget: mein Taschengeld.“
Serena Backschat, Filmemacherin

Bereits als kleines Mädchen tauchte Serena in die Film- und Fernsehwelt ab. Als sie im Kindergarten war, wurde sie bei einem Casting für den Disney Channel ausgewählt. „Das hat mir auf Anhieb total viel Spaß gemacht“, erinnert sie sich. „Und ich wollte unbedingt mehr.“

Mit acht Jahren bewarb sich Serena bei Agenturen als Schauspielerin, besuchte in ihrer Freizeit Filmworkshops und erkannte: „Die Arbeit hinter der Kamera ist noch viel besser als die davor, weil man mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat.“ Ihre ersten Filme drehte Serena noch mit dem Fotohandy, mittlerweile arbeitet sie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera, an die sie ein externes Mikrofon anschließt. „Ich habe nur ein begrenztes Budget: mein Taschengeld“, sagt sie lachend. „Deshalb bin ich auch immer auf der Suche nach Sponsoren. Als Gegenleistung kann ich zum Beispiel kurze Imagefilme anbieten.“ Ohne Scheu knüpft sie Kontakte, ruft bei Leuten an und schreibt E-Mails. Sie löchert Experten zu schwierigen Themen, sucht sich Unterstützung.

Die Mutter wünscht sich, dass Serena einen anständigen Beruf lernt

Hauptsächlich widmet sich Serena aber schwierigen Themen. Als nächstes plant sie einen Demenz-Aufklärungsfilm. „Ich bin auf der Suche nach Menschen, die mich unterstützen wollen. Besonders für die Hauptrollen brauche ich noch Talente.“ Danach will die Krefelderin am liebsten ihre Heimat verlassen, um ihr Abitur am Babelsberger Filmgymnasium in Potsdam zu machen.

Für eine Komödie zum Thema Demenz ist Serena Backschat noch auf der Suche nach älteren Laiendarstellern. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 01577/ 763 97 17 melden.

Den Film „Clownophobie“ gibt es im Internet, wie auch Interviews mit Machern und Darstellern. Der Magersucht-Film steht zum Schutz der Darstellerin nicht im Internet.

vimeo.com/clownophobie

www.youtube.com/user/SerenaBackschat

Ihre Mutter unterstützt zwar, wünscht sich für ihre Tochter aber eine andere Karriere. „Sie und ich wissen, dass es nicht einfach ist, sich in der Film- und Fernsehwelt durchzusetzen“, sagt Serena. „Am liebsten hätte meine Mama, dass ich Geheimagentin oder Wissenschaftlerin werde, schließlich soll ich später mal gutes Geld verdienen. Aber ich werde weiter für mein Ziel kämpfen.“

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