Nicht alles, was unterm Baum lag, gefällt oder passt. Oft sind es Spielwaren, die getauscht werden.

Stefan und Andrea Schröder mussten kein Geschenk umtauschen, aber dafür nachkaufen. Sohn Jonah vermisste die Stoffschildkröte.
Stefan und Andrea Schröder mussten kein Geschenk umtauschen, aber dafür nachkaufen. Sohn Jonah vermisste die Stoffschildkröte.

Stefan und Andrea Schröder mussten kein Geschenk umtauschen, aber dafür nachkaufen. Sohn Jonah vermisste die Stoffschildkröte.

Andreas Bischof

Stefan und Andrea Schröder mussten kein Geschenk umtauschen, aber dafür nachkaufen. Sohn Jonah vermisste die Stoffschildkröte.

Krefeld. Sie kann das neue Parfüm nicht riechen. Sein Hemd ist viel zu groß und viel zu grün und das heiß ersehnte Buch liegt zweimal unterm Tannenbaum. Nach dem Fest ist vor dem Umtausch. Ab Mittag brummt die Stadt. Als erste sind die Eltern mit Kindern unterwegs, die bitter enttäuscht sind, wenn die Puppe falsch gekauft oder das Legopaket nicht das richtige ist. Danach erscheinen die Urlauber, die erst ausschlafen. Viele wissen auch, jetzt werden die Preise herabgesetzt.

Einzelhandelskauffrau Annett Schulze von Galeria Kaufhof kann keinen Unterschied erkennen: „Die Schlange vor der Kasse ist jetzt ebenso lang wie vor dem Weihnachtsfest. Es ist viel los. Wir halten auch weiterhin zwei Zusatzkassen wegen des Betriebes vor. Am meisten werden Spielwaren getauscht, weil sich die Erwachsenen vorher wohl nicht richtig absprechen und die Sachen doppelt oder gar dreifach verschenkt werden.“ Die Kunden seien aber nett und geduldig, sagt die Fachfrau weiter. Umgetauscht werde anstandslos.

Rechtzeitig vor dem Einkauf über die Geschenke reden

Thomas Drappatz wartet mit den Kindern Lina (2) und Malte (6) in der Spielzeugabteilung, während seine Frau versucht, in der Uhrenabteilung eine frische Batterie für die neue Kinderuhr zu bekommen. „Bei den Kindern sind die Geschenke gut angekommen“, berichtet er. „Gutscheine sind sehr unpersönlich. Viel schöner ist es, die Freude der Kinder beim Auspacken zu sehen.“

Justin Kleiner (8) ist glücklich. Er hat seinen ICE 3 von Märklin bekommen. Eigentlich möchte er viel lieber damit spielen, ist aber mit den Eltern in die Stadt gekommen, die noch einkaufen möchten. „Jetzt haben wir Zeit und es ist noch nicht so viel los“, sagt sein Vater Markus am späten Vormittag. „Wir sind nicht die klassischen Umtauscher und informieren uns vorher. Justin hat uns seinen Wunschzettel nicht geschrieben, sondern aufgesagt “, sagt er mit einem Lächeln.

„Wir wohnen unter einem Dach zusammen und sprechen miteinander“, erklären Andrea und Stefan Schröder zum Thema richtig schenken. „Luca und Jonah, unsere beiden Söhne, haben vor dem Fest wöchentlich einen neuen Wunschzettel geschrieben“, berichtet das Paar. „Nach dem Fest war unser großer Sohn enttäuscht, weil ein Geschenk fehlte. Aber er hat am 30. noch Geburtstag. Seinen Wunsch werden wir dann erfüllen. Wir sind jetzt losgegangen, weil die Preise reduziert sind.“ Andrea Schröder hält eine große Plüsch-Schildkröte im Arm.

Es besteht kein gesetzliches Umtauschrecht. Ein einmal geschlossener Vertrag – sei es mündlich oder schriftlich – ist grundsätzlich einzuhalten.
 

Nimmt der Verkäufer die Ware zurück, so tut er dies aus bloßem Entgegenkommen, der sogenannten Kulanz.
 

Jörg Pastoors, der Geschäftsführer von Galeria Kaufhof Krefeld, hat festgestellt, dass es oft Geldgeschenke gebe, wenn für ein größeres Teil wie eine hochwertige Kamera oder eine Play-Station zusammengelegt werde.

Dass komplett falsche Geschenke überreicht würden, komme immer seltener vor. „Meist wird Puzzle gegen Puzzle, Puppe gegen Puppe und Lego gegen Lego getauscht“, ergänzt Mitarbeiterin Annett Schulze.

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