Martin Brieden musste allein starten und holte Platz 2.

Wettbewerb
Oberbrandmeister Ralf Sikorra (l.) und Brandmeister Martin Brieden schweben über dem Hof der Hauptfeuerwache.

Oberbrandmeister Ralf Sikorra (l.) und Brandmeister Martin Brieden schweben über dem Hof der Hauptfeuerwache.

Andreas Bischof

Oberbrandmeister Ralf Sikorra (l.) und Brandmeister Martin Brieden schweben über dem Hof der Hauptfeuerwache.

Krefeld. Rund sechs Stunden dauert ein Flug von Düsseldorf nach Dubai – zwei Minuten nur dagegen ein Durchgang beim Feuerwehr-Wettbewerb „Firefighter Challenge“. Für Martin Brieden von der Berufsfeuerwehr und Ralf Sikorra von der Chemiepark-Werkfeuerwehr kein allzu großer Widerspruch. Und so nahmen die beiden kürzlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Firefighter Championship teil (die WZ berichtete).

„Naja, vielleicht muss man doch ein wenig verrückt sein“, gesteht Brieden ein. Denn tatsächlich ist der reine Wettbewerb nach circa zwei Minuten beendet. In dieser Zeit absolvieren die Feuerwehrmänner in voller Dienstkleidung und mit Atemschutz eine Reihe von Aktivitäten, die dem Berufsalltag entstammen.

Amerikanische Feuerwehr-Bewerber müssen an Wettbewerb teilnehmen

In Amerika gehört der Wettbewerb zu jedem Lehrgang, auch Bewerber für den Feuerwehr-Job müssen sich in ihm beweisen. So muss zunächst ein 20 Kilogramm schweres Schlauchpaket mehrere Stockwerke hoch geschleppt werden. Oben angekommen, müssen die Teilnehmer ein weiteres Schlauchpaket an einem Seil heraufziehen, nach unten spurten und dort an der sogenannten Keiser-Force-Machine mit einem Vier-Kilo-Hammer ein Gewicht nach hinten schlagen.

Einem Slalomlauf folgt das Schultern und Bedienen eines C-Schlauchs, ehe ein 80 Kilogramm schwerer Dummy über 60 Meter gezogen werden muss. Kein leichtes Unterfangen, zudem das Thermometer konstant über 30 Grad Celsius anzeigte. Aber Brieden und Sikorra hatten sich mehrere Monate auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Waren Schlauchtürme hinaufgespurtet, hatten Gewichte geschleppt oder bei den Kollegen in Mönchengladbach an der Keiser-Force-Machine trainiert.

Umso bitterer für sie, dass Sikorra sich im Abschluss-Training vor Ort einen Muskelfaserriss zuzog und für fast alle Aktivitäten ausfiel. „Mit der Verletzung war an einen Lauf nicht zu denken. Es blieb lediglich die Teilnahme an der Staffel, als Schlagmann an der Keiser-Force-Machine.“ Brieden dagegen konnte ohne Probleme an den Start gehen. Und wurde prompt in einer Zeit von 1:49.25 Minuten Zweiter. Nur der Gewinner, Badran Al Khouri aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, war mit 1:40.97 Minuten besser. Dritter wurde der Deutsche Magnus Hirschfield (1:51.44 Minuten).

Wegen Sikorras Verletzung konnte das Team Krefeld nicht im Tandem-Wettbewerb starten. Brieden suchte sich in Daniel Ziller einen neuen Partner, konnte mit ihm aber nicht annähernd den Sieg erringen. Die Zeit von 2:09.28 Minuten lag deutlich über der von Al Khouri, der mit Ahmed Alwan in 1:46.47 Minuten gewann. Trotz Verletzung, oder gerade deswegen, wird es weitergehen. Brieden und er visieren 2014 die World Firefighter Games in Los Angeles an.

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