Im Museum Burg Linn gibt es eine neue Ausstellung. Dazu lockt auch ein Café.

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Anne Radtke und Michaela Montz (v.l.) freuen sich auf ihre Gäste.

Anne Radtke und Michaela Montz (v.l.) freuen sich auf ihre Gäste.

Dirk Jochmann

Anne Radtke und Michaela Montz (v.l.) freuen sich auf ihre Gäste.

Krefeld. Wir alle tragen sie, oft viele, meist wenig beachtet, es sei denn wir leiden unter dem Markenkult: Etiketten. Nicht nur mit Krawatten, großflächigen Jacquardstof-fen, Seiden oder Samten war Krefeld einst eine Hochburg. Weltgeltung über fast anderthalb Jahrhunderte hatten auch die kleinen Etiketten, oft aus hochwertiger Qualität als Jacquardgewebe aus Seide, Kunstseide oder feinster Baumwolle mit aufwändigen Designs und Details hergestellt. Eines der Unternehmen war die Bandweberei Carl Neiss, aus deren Nachlass das Museum Burg Linn ab Sonntag bis zum 7. Februar viele kleine Beispiel, Musterbücher und Bilder zeigt.

Mitten in der Ausstellung steht ein mechanischer Bandwebstuhl aus Wuppertal, den der ehemalige Bandweber Hartmut Hildebrand gemeinsam mit Manfred Schrewe, einem früheren Mitarbeiter der Firma Neiss, aufgebaut und in Gang gesetzt hat. Sie bereiten ein Etikett "Burg Linn" vor, bis Sonntag wird auch die "Burg" etwas besser lesbar sein.

Von der Weberei Carl Neiss sind Nachlässe nach Bocholt und zum Museum Linn gegangen, dorthin vor allem große Musterbücher mit bis zu 4000 Beispielen und handliche Vertreterhefte, Karteikarten und Musterzeichnerhefte. Thönnissen hat bei ihren Recherchen festgestellt, dass es um 1910 in Krefeld mindestens zwölf Etikettenwebereien gab, nach dem ersten Weltkrieg nur noch sechs, nach dem zweiten neben Neiss noch "Gebrüder Kluge" und "Carl Ricken". sein Spitznamentier "Krokodil" auf die Jacke sticken ließ.

Doch neben einer weiteren interessanten Ausstellung hat Linn jetzt auch ein Museumscafé. Im Foyer des Museums im alten Bunker an der Rheinbabenstraße haben Michaela Montz und Anne Radtke vom bisherigen kleinen "Café Linnchen" ein "Café Linn" eingerichtet, in dem sie während der Öffnungszeiten des Museums Gäste bewirten, nicht nur Museumsbesucher. Museumsdirektor Christoph Reichmann hat Tische und Stühle besorgt, die beiden Gastronominnen haben die Theke mitgebracht. Über die servieren sie alle Sorten Kaffee oder Kakao sowie Kuchen und andere Backwaren, außerdem morgens bis mittags ein Frühstück. Im Museum sind die Öffnungszeiten bis 31. März dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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