Amüsante Paarstudie über die Probleme der Zweisamkeit.

Ein Auf und Ab, und meistens zieht der Mann den Kürzeren: Lotte Rudhart und Roberto Zuniga im Stück „Zweisam“.
Ein Auf und Ab, und meistens zieht der Mann den Kürzeren: Lotte Rudhart und Roberto Zuniga im Stück „Zweisam“.

Ein Auf und Ab, und meistens zieht der Mann den Kürzeren: Lotte Rudhart und Roberto Zuniga im Stück „Zweisam“.

Enea Tomei

Ein Auf und Ab, und meistens zieht der Mann den Kürzeren: Lotte Rudhart und Roberto Zuniga im Stück „Zweisam“.

Krefeld. Sie hat für Rodolpho Leonie getanzt, auch für das Folkwang Tanzstudio. Zuletzt war sie vor zwei Jahren mit einem Solo bei "Move!" zu Gast. Bei den diesjährigen Tagen für modernen Tanz behauptete die Tänzerin Lotte Rudhart nun, zusammen mit Roberto Zuniga "zweisam" sein zu können. Unter diesem Titel erlebte man in der Fabrik Heeder eine amüsante Paarstudie.

Im ultrakurzen Glitzerfummel scheint sie ein Männertraum zu sein

Am Anfang streut sie ihm und dem männlichen Teil des Publikums noch Sand in die Augen. In Erwartung seiner Ankunft wirft sie sich in einen ultrakurzen Glitzerfummel, ein langbeiniger Männertraum. Später tropft Wasser auf die Bühne, das Dach der Liebe hat in diesem Stück mehr Löcher, als es Schutz bietet.

Nur einmal - so kann man vermuten - kommen sie kurz zusammen. Da verschwinden sie gemeinsam hinter einer Matratze. Ansonsten dominiert in dieser Beziehung ein Gefälle, bei dem Rudhart meist oben steht.

Er buhlt mehr um ihre Aufmerksamkeit als umgekehrt. Hilflos zappelt er einmal wie ein nach Luft schnappender Fisch zwischen ihren Füßen, im besseren Fall spielt er ihr etwas vor. Auf der Querflöte zum Beispiel, die Zuniga wirklich gut beherrscht, oder darstellerisch, in dem er den Dirigenten mimt, dem sein Orchester aber schnell entgleitet. Rührend, wenn er sich chaplinesk mit Hütchen wie ein Greis krümmt.

Tänzerisches Können und perfekte Körperbeherrschung blitzen bei beiden Akteuren auf, die attraktiveren Nummern hat Rudhart. Etwa, wenn sie in schnellen Drehungen über den Boden rollt und dabei Hände und Füße perkussiv einsetzt.

In der Musikcollage zum Stück spiegeln sich von Mozart bis Nina Simone Höhen und Tiefen, das Ungleichgewicht bleibt aber zu seinen Ungunsten bestehen. Nicht er trägt sie auf Händen, das macht sie mit ihm, und wenn er sich auf ihren Rücken setzt, ist das auch nicht unbedingt ein Zeichen seiner Stärke.

Am Ende singt Heinz Rühmann vom Band: "Ach, könnt’ ich doch ein Regenwürmchen sein", und die beiden machen dazu eine lustige kleine Pantomime. In der Verniedlichung treffen sie sich, man weiß, dass das nicht von Dauer ist. Viel Applaus.

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