Girls wanted: Als Werbung für den Fußball organisiert Commerzbank ein Turnier.

Dynamisch und mit Einsatz kämpften die Mädchen um Tore und Medaillen.
Dynamisch und mit Einsatz kämpften die Mädchen um Tore und Medaillen.

Dynamisch und mit Einsatz kämpften die Mädchen um Tore und Medaillen.

Dirk Jochmann

Dynamisch und mit Einsatz kämpften die Mädchen um Tore und Medaillen.

Krefeld. Die Zeiten, in denen der Mädchen- oder Frauenfußball als eine Randsportart belächelt wurde, sind längst vorbei. Allein bei den bis zu 16-Jährigen gibt es rund 336 500 Fußballerinnen in deutschen Vereinen. Diese Zahl zu steigern, hat sich auch ein DFB-Partner, die Commerzbank, vorgenommen. Im Schatten von St. Dionysius realisierte sie ein Fußballprojekt, an dem sich 92 Mädchen im Alter zwischen acht und 16 Jahren beteiligten.

Axel Rohe aus Hüls hat als Kind bei Hertha Zehlendorf gespielt und seine Tochter Frieda (8) mitgebracht, die in der U 9 des Hülser SV spielt. „Natürlich träumt meine Tochter davon, einmal Weltmeisterin zu werden“, sagt Rohe lächelnd. Zurzeit sitzt das Mädchen auf einem der zwei Kunstrasenfelder. Das Mikrofon hat Ursula Holl in der Hand.

Die 33-Jährige hat als Torfrau zahlreiche nationale wie internationale Meisterschaft errungen, gehörte 2007 dem deutschen Weltmeister-Kader an und arbeitet nach wie vor als Torwarttrainerin bei Bayer Leverkusen sowie als Honorar-Trainer für den DFB-Nachwuchs. Breitwillig beantwortet sie die Fragen der Kinder. „Was muss ich machen, um so erfolgreich wie Sie zu sein?“ oder „Wie viele Pokale und Medaillen haben Sie?“

Neben den zwei kleinen Fußballfeldern können die Fußballerinnen auf die Torwand schießen, die Schuss-Geschwindigkeit messen oder auf einem kleinen Feld dribbeln. Chefin der Veranstaltungsagentur ist Louise Hansen (40), die selbst mehrfache Deutsche Fußballmeisterin und vielfache dänische Nationalspielerin ist. Statt der Schirmherrin Silvia Neid schreiben Ursula Holl und Louise Hansen eifrig Autogramme.

Die Teilnehmerinnen kommen aus Niedersachen, aus Mettmann, Duisburg oder Kapellen. Aus Ratheim bei Hückelhoven ist die 15-jährige Lena angereist. „Sie spielt Fußball, seit sie fünf ist und hat sich dies von ihrer älteren Schwester Sarah abgeguckt“, erzählen die Eltern, Gustav und Elli Goebbels. Lena spielt schon lange im Verein, andere Mädels sind noch unschlüssig.

Wie die elfjährige Trixi, die in ihrer Grundschule in Fischeln in der Fußball-AG war und noch nicht weiß, ob an ihrer neuen Schule genügend Zeit für Fußball bleibt. Oder Elena Arndt (12): „Früher habe ich Handball gespielt, aber Fußball macht mir jetzt sogar mehr Spaß.“ Elena geht in die 6a der Krefelder Realschule und hat ihre Geschwister Nele (8) und Angelina (9) zum Projekt angemeldet.

„Girls wanted“ heißt das kostenfreie Projekt, zu dem Krefelds Sportdezernent Thomas Visser die jungen Fußballspielerinnen begrüßt. Am Nachmittag gibt es eine Meisterschaft, die mit einer kleinen Sensation endet: Bulgarien, Turniersieger bei den Zwölf- bis Sechzehnjährigen, gewinnt erstmals die Europa-Meisterschaft. Über Titel und Medaillen freuen sich Stephanie, Sara, Lotte, Alessa, Selem und Elif. Finnland mit Josefine, Zoe, Asya, Cindy und Linn setzt sich bei den Jüngeren durch. Punktbeste bei dem kleinen Stadion-Wettbewerb sind Jula und Selem.

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