Er wurde nach dem Titel seines Buchs als „Hitlerjunge Salomon“ bekannt. Jetzt kommt der Mann aus Tel Aviv wieder nach Krefeld.

Er wurde nach dem Titel seines Buchs als „Hitlerjunge Salomon“ bekannt. Jetzt kommt der Mann aus Tel Aviv wieder nach Krefeld.
Beatrix Brägelmann und Thomas Tillmann organisieren die Veranstaltung für den bekannten Zeitzeugen des Holocaust.

Beatrix Brägelmann und Thomas Tillmann organisieren die Veranstaltung für den bekannten Zeitzeugen des Holocaust.

Dirk Jochmann

Beatrix Brägelmann und Thomas Tillmann organisieren die Veranstaltung für den bekannten Zeitzeugen des Holocaust.

Krefeld. Die Autobiografie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ erzählt die Geschichte des jüdischen Jungen Sally Perel, der drei Jahre in einer Nazi-Eliteschule verbrachte, ohne als Jude entdeckt zu werden. Die Verfilmung des Werkes wurde mit einem Golden Globe ausgezeichnet.

„Perel sprach vor 700 Schülern, beantwortete jede ihrer Fragen und suchte das Gespräch.“

Thomas Tillmann, Lehrer

Als Zeitzeuge besuchte der berühmte Mann vor einiger Zeit das Fabritianum, denn das Gespräch mit jungen Leuten ist ihm wichtig, es sind seine Zeitzeugen. Jetzt weilt er erneut in der Stadt und nimmt an einem Abend mit Texten und Liedern ihm zu Ehren teil.

Der Reihe nach: Lehrer Thomas Tillmann wollte vor einiger Zeit in seiner Klasse am Fabritianum über den Holocaust sprechen, Thema: „Das Gut Mensch“. Ein pfiffiger Achtklässler forderte, diesen Unterrichtsstoff nur mit einem Zeitzeugen behandeln zu wollen. „Das zu gewährleisten, war gar nicht so einfach“, erinnert sich der Pädagoge. „Aber über Facebook wurde ich fündig, ich entdeckte Perel.“ Und der war auch sogleich zum Besuch bereit. „Ich komme“, lautete die knappe Antwort aus Israel.

„Im Juni 2015 sprach Perel vor 700 Schülern, beantwortete jede ihrer Fragen und suchte das Gespräch“, berichtet Tillmann. „Es entstand sogar eine Freundschaft zwischen uns. Wir sehen uns in der Regel zweimal jährlich.“

Vom Erlös werden weitere Stopersteine gekauft

So ergaben sich bei den beiden Männern nicht nur Gesprächsthemen auf historischem, sondern auch auf musikalischem Gebiet. Denn Perel liebt Musik und Tillmann finanzierte sein Studium als Hobby-Organist. Seit über zehn Jahren spielt er gemeinsam mit Beatrix Brägelmann in den Ensembles „Unbescheiden“ und „Schillerfamilie“. Brägelmann bestand schon als Schülerin das Organisten-C-Examen und begann später ein Klavierstudium an der Musikhochschule Köln.

Geschichte Sally Perel wird 1925 in Peine geboren. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, emigriert die Familie nach Lodz. Dort müssen alle Juden ins Ghetto, Sally und sein Bruder schlagen sich nach Russland durch. Sally lebt in einem Waisenhaus und erzielt hervorragende Leistungen in der Schule.

Nach einem Angriff aus das Waisenhaus, wird er gefragt, ob er Jude sei. Perel gibt vor, „Volksdeutscher“ zu sein. Die Mutter hatte ihn gedrängt: „Du sollst leben, egal wie.“ Er hat es geschafft. Seine Familie sah er nie wieder. Karten Der erste Liederabend ist bereits ausverkauft. Es gibt noch

Karten für den 24. Juni, 20 Uhr, in der Ökumenischen Bildungsstätte in Hüls. Anfragen per Mail an Tillmannthomas@t-online.de

Später wechselte sie zur Medizin und ist heute als Internistin tätig. Die Idee der beiden, einen Abend für Perel mit Texten und Liedern zu organisieren, war schnell geboren. Der Erlös des künstlerischen Abends wird für den Kauf weiterer Stolpersteine verwendet. Es ist nicht die erste derartige Veranstaltung der beiden engagierten Krefelder für den guten Zweck. Es gab bereits ein „Paris-Programm“ und den „Marlene Dietrich-Abend“.

Auf die kommende Veranstaltung freuen sie sich besonders. Die Proben laufen. „Die Stücke haben wir schnell gefunden“, erzählt die Medizinerin. Sally Perel habe sich „Lili Marleen“ gewünscht. Stücke wie „Ein Lied geht um die Welt“, „In einer kleinen Konditorei“ und andere Werke aus den Kriegsjahren stehen auf dem Programm, berichten die Veranstalter weiter. Außerdem werde zusätzlich ein aufgezeichnetes Gespräch mit dem Mann aus Tel Aviv gezeigt.

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