Der „Central Park“ von Krefeld liegt vor der Haustüre vieler Innenstadt-Bewohner und ist perfekt geeignet für Sport und Freizeit.

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1913 wurde der Rundtempel am Weiher im Stadtwald errichtet. Er soll an Wilhelm Deuß erinnern.

1913 wurde der Rundtempel am Weiher im Stadtwald errichtet. Er soll an Wilhelm Deuß erinnern.

Archiv Andreas Bischof

1913 wurde der Rundtempel am Weiher im Stadtwald errichtet. Er soll an Wilhelm Deuß erinnern.

Krefeld. Für die meisten Krefelder ist der Stadtwald die grüne Lunge Krefelds. In seinem Süden grenzt er quasi an die Stadtmitte, im Norden und Osten ist er von weiten Feldern umgeben. In unmittelbarer Nähe lässt es sich sehr gut leben, die Grundstückspreise spiegeln das wieder. Gleichzeitig ist der „Central Park der Samt- und Seidenstadt“ perfekt für Sportler und Freizeitsuchende.

Unser Lauf beginnt zwischen den Tennisplätzen des Crefelder HTC und dem Stadtwaldhaus, das 1911 aus einer Waldschänke hervorging. Im Zweiten Weltkrieg nutzte es die Wehrmacht kurzzeitig als Kaserne, später kamen dann die englischen Truppen und richteten hier ihren Verwaltungssitz ein.

Start ist wegen der vielen Parkmöglichkeiten hier. Grundsätzlich ist im Stadtwald so ziemlich jedes Maß zu laufen: eine kleine Runde um den Weiher, eine größere um die Rennbahn oder die Standard-Route auf dem äußeren Ring, die 4,75 Kilometer lang ist. So beginnt der Lauf direkt auf dem Weg, der vom Biergarten nach Westen führt.

Schon bald passieren wir die Tennisplätze des Bundesligisten HTC Blau-Weiß und wenig später das „gelbe Haus“, in dem der Künstler Chris Worms mit Birgit Schlechter sein Atelier hat.

Gelaufen wird auf dem Weg, der sich zunächst nach rechts windet, um wenig später nach links abzubiegen, und „außen“ zu bleiben. Viele Wege kreuzen und führen ins Innere des Stadtwaldes, man kann also ständig abkürzen oder verlängern. Die Hundefreilaufwiese rechts liegen lassen und durch in ein ehemaliges Flussbett weiter Richtung Norden. Wer zu dunkler Stunde läuft, kann auch die parallel verlaufende Deußstraße nutzen.

Über die Brücke entlang der Nieper Kuhlen bis nach Traar

Wilhelm Deuß hatte ein stadtnahes Erholungsgebiet im Sinn, als er 1897 der Stadt das Areal, damals 35 Hektar groß, übergab. Mit zwei Schenkungen ermöglichte er zudem den Zukauf von weiteren Flächen. 1901 gab die Stadt die ersten Bereiche des im Stil englischer Landschaftsgärten angelegten Parks für die Bürger frei.

Fast wäre das Haus in den späten 1950-er Jahren einer neuen Stadthalle gewichen, die direkt am Weiher entstehen sollte. Nachdem die Pläne fertig waren, lehnte sich die Bevölkerung aber auf und sprach sich gegen das Projekt aus. Der Stadtrat kam dem Drängen nach.
 

1912 erging der Auftrag an den Architekten August Biebricher, der die äußere Architektur aller Tribünen entwarf, und an ein Kölner Ingenieurbüro, von dem die Entwürfe und die Gestaltung der Innenräume sowie der technischen Einrichtungen stammen. Am 11. Juni 1913 gab es schließlich den ersten Renntag.

Wenige Meter weiter führt die Brücke über den Europaring. Wem die normale Runde nicht reicht, kann über die Brücke entlang der Nieper Kuhlen bis nach Traar und über den Buscher Holzweg und die Alte Kemmerhofstraße zurück laufen. Es geht aber jetzt nach rechts parallel zum Ring. Langsam aber sicher schiebt sich eine sumpfige Landschaft mit dem Moersbach dazwischen. Dieser Teil des Waldes kam 1927 hinzu. Auf der rechten Seite schimmert die Galopprennbahn durch das Geäst.

Unser Weg führt weiter Richtung Osten bis zur Hüttenallee und dann hart nach rechts. Geradeaus ginge es über die Vreed zum und durch den Kleingartenverein Alt Bockum. Der äußere Ring verläuft nun an der Anlage des Hockey-Bundesligisten Crefelder entlang. Für kurze Zeit fühlt man sich dank der Vegetation wie in einer Heide. Der Weg schlängelt sich am Großhüttenhof vorbei, zu dem das angrenzende Areal einst gehörte, und biegt dann wieder tiefer in den Wald ein. Nun befinden wir uns am südlichen Ende der Galopprennbahn.

Wer übrigens möchte, kann jetzt noch eine Extra-Runde einlegen und einfach den Weg nach rechts, um das Gelände der Galopprennbahn, laufen. Die Verlängerung bringt knappe drei Kilometer. Das Stadtwaldhaus ist allerdings auch fast schon in Sichtweite.

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