Felix-Alexander Fritz hat einen fast einen Meter langen Lachs aus dem Rhein gezogen. Es ist der „Fisch seines Lebens“.

Angeln
Felix-Alexander Fritz hat am Rhein einen seltenen Lachs aus dem Strom gezeogen – allerdings auf der Duisburger Seite.

Felix-Alexander Fritz hat am Rhein einen seltenen Lachs aus dem Strom gezeogen – allerdings auf der Duisburger Seite.

Felix-Alexander Fritz

Felix-Alexander Fritz hat am Rhein einen seltenen Lachs aus dem Strom gezeogen – allerdings auf der Duisburger Seite.

Krefeld. Dass man als Angler Geduld braucht, ist für Felix-Alexander Fritz nichts Überraschendes. Ihm geht es bei diesem Sport wie vielen anderen in erster Linie nicht darum, einen fangfrischen Fisch auf dem Tisch zu haben. Angeln ist für den gelernten Schreiner der entspannende Ausgleich zu seiner körperlich anstrengenden Arbeit.

Angler-Ehrgeiz hat er trotzdem. Auch am Sonntag, als er sich mit Freunden zum Fischen am Rhein verabredet. Es ist ein zähes Geschäft. Zehnmal verfängt sich der Köder einfach zwischen den Steinen: Kein Fisch und auch keinen Köder mehr.

Schließlich findet Fritz mit seinen Freunden auf der Duisburger Rheinseite ein geeignetes Plätzchen. „Ich habe schon dutzende Male auf Gufi versucht, einen Stachelritter zu überzeugen, aber bisher noch nie was gefangen“, sagt Felix-Alexander Fritz. Gufi, sein Gummifisch, wurde schlicht verschmäht. Doch nach dem „gefühlt tausendsten Wurf“ und der neuen Montage mit Gummifisch merkte Fritz, dass etwas an der Rutenspitze der Angel ruckelte.

„Meiner ist offenbar der zweite dokumentierte Lachsfang innerhalb von zehn Jahren.“

Felix-Alexander Fritz, Angler

Aber nicht der erwartete Barsch zappelte an der Angelschnur: Die Rute krümmte sich, „die Rolle pfiff aus allen Löchern“, schildert der Angler die Situation. „Nach einigen Minuten Kampf kam sie das erste Mal an die Oberfläche.“ Der Fisch, eine sie? Fritz lacht. „Jeder schöne Fisch ist ein Mädchen.“

Sein „Mädchen“ entpuppt sich als Lachs. Zuerst dachte er, seine Kollegen wollten ihn auf die Schippe nehmen, doch nach langen 20 Minuten war das Prachtexemplar trotz heftiger Gegenwehr an Land. Schnell wurde es gemessen – 93 Zentimeter –, Bilder wurden zur Erinnerung geschossen und das Tier zurück in den Rhein geworfen.„Ich hatte meinen ersten auf Gufi gefangenen Fisch“, sagt Felix-Alexander. Ein schönes und seltenes Exemplar.

Den Lachs meldete er dem Landesfischereiamt

Über Jahrzehnte gab es keine Lachse im Rhein: Die starke Überfischung, die Verschmutzung durch die Industrie in der Nachkriegszeit und ein verheerender Chemieunfall 1986 im schweizerischen Basel hatten die Fischart komplett ausgerottet. 

In den 90er-Jahren kehrten die ersten Lachse zwar zurück – ganz angekommen sind sie aber immer noch nicht. Im Jahr 2013 konnten nur 300 neue Lachse nachgewiesen werden.

Seit einigen Jahren bemüht man sich, den Lachs wieder im Rhein heimisch zu machen, der früher zu seinen natürlichen Bewohnern gehörte. Immer noch handelt es sich um eine geschützte Art. Auch deshalb meldete Felix-Alexander Fritz seinen Fang dem Landesfischereiamt. „Meiner ist offenbar der zweite dokumentierte Lachsfang innerhalb von zehn Jahren.“

Auch wenn er den „Fisch seines Lebens“ also schon gefangen hat, wird Felix-Alexander Fritz seinem Hobby treu bleiben. Als Kind hat der Sohn eines Ungarn beim Urlaub in der väterlichen Heimat seine erste Kinderangel in die Hand genommen und sich damit ans Flussufer gesetzt. Heute ist er 28 Jahre alt und hat seit eineinhalb Jahren den Anglerschein. „Urlaub in Ungarn hieß für mich Angeln“, sagt Felix-Alexander. Heute ist es Freizeitgestaltung.

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