Mit „Der Himmel über Krefeld“ gewinnt Judith Merchant den Kurzkrimi-Preis.

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Die Sieger Susanne Kliem (l.) , Judith Merchant und Arnold Küsters freuen sich über die Auszeichnung.

Die Sieger Susanne Kliem (l.) , Judith Merchant und Arnold Küsters freuen sich über die Auszeichnung.

A. Bischof

Die Sieger Susanne Kliem (l.) , Judith Merchant und Arnold Küsters freuen sich über die Auszeichnung.

Krefeld. Das Geheimnis ist gelüftet. Am späten Freitagabend stand endlich fest, wer den Kurzkrimi-Preis von Westdeutscher Zeitung, Leporello-Verlag und Buch Habel erhält. Die prämierte Autorin, die sich gegen 150 Mitbewerber durchgesetzt hat, ist 33 Jahre jung und lebt mit ihrer Familie in Königswinter. Dort schreibt sie gerade an ihrem ersten Roman.

Auf dieses Debüt darf man gespannt sein: Denn schon mit ihrem nun prämierten Kurzkrimi "Der Himmel über Krefeld" beweist Judith Merchant außerordentlichen Sprachwitz, feine Ironie und das Talent, auf dem engen Raum der vorgegebenen zwölf Seiten einen fintenreichen und pointierten Plot zu konstruieren: Sie lässt eine passionierte Raucherin Mordpläne gegen den militanten Nichtraucher-Gatten schmieden, die sich etwas anders entwickeln als geplant.

21 Geschichten erscheinen in dem Sammelband "Niederrhein-Leichen"

Eine ganz andere, düstere Atmosphäre zeichnet die Geschichte "Sekt im Wasserglas", mit der Susanne Kliem auf Platz 2 landete. Die 1965 geborene Autorin, die in Krefeld aufgewachsen ist und inzwischen in Berlin lebt, hat schon als Journalistin, Theater-Regisseurin und Drehbuchautorin gearbeitet. In ihrer Story erzählt sie mit schonungsloser Bitterkeit von einer Frau, die sich als Blind-Date mit ihrem untreuen Ehemann verabredet und feststellt, dass Rache nicht immer süß ist.

Auf Platz 3 landete der Mönchengladbacher Journalist Arnold Küsters, der sich in der Region bereits einen Namen als Krimiautor gemacht hat. Sein vierter Roman ist zurzeit in Vorbereitung, seine Kurzgeschichte "Der fünfte Teil" überzeugte die Jury durch ihre atmosphärische Dichte und die originelle Grundidee: Ein professioneller Trauerredner geht so sehr in seinem Beruf auf, dass er unauffällig beim Ableben verdienter Bürger nachhilft.

Auch die 18 weiteren Autoren, die es in die Schlussrunde geschafft haben und die am Freitag fast alle anwesend waren, müssen sich nicht als Verlierer fühlen. Ihre Geschichten landen - wie natürlich die drei Sieger-Krimis - in dem Sammelband "Niederrhein-Leichen", der ab Samstag zum Preis von 9,90 Euro erhältlich ist.

Ina Coelen (Leporello-Verlag), Jepe Wörz (Autor, 3. Platz Kurzkrimi-Preis 2007), Verena Vahnenbruck und Kerstin Spang (Buch Habel), Dagmar Groß und Christoph Elles (WZ).

Die Erstplatzierten erhalten Bücher-Gutscheine über 500, 300 und 200 Euro. Alle 21 Nominierten bekommen Buchpakete.

In dem Buch "Niederrhein-Leichen", erschienen im Leporello-Verlag, sind sämtliche 21 nominierten Kurzkrimis versammelt. Der Band ist ab Samstag zum Preis von 9,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

In einer spannenden und unterhaltsamen Veranstaltung gestern Abend bei Buch Habel haben die drei Sieger Kostproben aus ihren Geschichten vorgelesen, das Duo Tatjana Pereswetow und Kathrin Krichel steuerte musikalische Zwischentöne bei.

In seiner Ansprache würdigte Kulturdezernent Roland Schneider den Niederrhein als perfekte Krimi-Region und blickte mit Vorfreude auf das Krimi-Festival Criminale 2011, das hier stattfinden wird: "Krefeld ist eine friedliche Stadt, die Kriminalität ist niedrig, die Aufklärungsquote der Polizei hoch, die italienische Mafia wirkt zum Glück überwiegend in Duisburg, unser soziales Netz ist gut ausgebaut, die Menschen sind tolerant und weltoffen. Vielleicht ist gerade das der Grund, dass bei uns in Krefeld die niederrheinischen Krimis immer erfolgreicher werden."

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