Die Dante-Gesellschaft tagt seit gestern in Uerdingen – Dante-Preis geht an einen Krefelder.

Krefeld. Eine Reise mit der Eisenbahn in der Nachkriegszeit war entscheidend: Der Vorsitzende der Deutschen Dante-Gesellschaft begegnete dem Uerdinger Romanisten Werner Ross. Der sprach dann mit dem Direktor der Stadtbücherei und holte die Gesellschaft nach Krefeld. Seither wurde regelmäßig getagt, jedes dritte Jahr kommen Geisteswissenschaftler aus ganz Europa nach Krefeld.

Am Wochenende finden sich wieder Dante-Freunde und Liebhaber für drei Tage in Uerdingen zusammen, um über den von ihnen verehrten Schriftsteller des italienischen Hochmittelalters zu sprechen. Thema: "Anthropologie der Hölle".

Wissenschaftler vieler Fakultäten und Laien gehören zur Gesellschaft

Mit seiner "Divina Commedia" habe Dante (1265-1321) "das literarische Italien erst geschaffen", sagte Prof. Winfried Wehle. Der emeritierte Romanist ist Vorsitzender der Dante-Gesellschaft mit derzeit 308 Mitgliedern. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass ihr Wissenschaftler vieler Fakultäten und auch Laien angehören. Zum Programm der Tagung gehören wissenschaftliche Vorträge, die Interessierten offenstehen.

Den Dante-Preis erhalten heute der Krefelder Dr. Christian Krumm und Tabea Kretzschmar. Beide haben sich aus anderen Bereichen (Kultur-/Mediengeschichte) Dante angenähert.

Die diesjährige Tagung verzeichnet zum zweiten Mal das sogenannte Dante-Mahl, bei dem zeitgenössisch gekocht wird. Auch die anderen Sinne kommen nicht zu kurz: Im Foyer der Mediothek werden Aquarelle von Edith Wimmer zu Dantes "Divina Commedia" ausgestellt. Und im Clubleseraum hat Katrin Hufschmidt, Historikerin der Mediothek, einer einzigartigen Sammlung Raum gegeben: Alle deutschen Übersetzungen der "Commedia" aus der Sammlung von Herbert Leppert sind zu sehen.

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