Bei der Popmeisterschaft in der Kufa ging es um Sympathiepunkte.

wza_500x332_498229.jpg
Glückshormone setzt Elke Brauweiler alias Paula frei. Paula war eine von vier Bands bei der Popmeisterschaft in der Kufa.

Glückshormone setzt Elke Brauweiler alias Paula frei. Paula war eine von vier Bands bei der Popmeisterschaft in der Kufa.

abi

Glückshormone setzt Elke Brauweiler alias Paula frei. Paula war eine von vier Bands bei der Popmeisterschaft in der Kufa.

Krefeld. Opulent, elektronisch und nachdenklich-gefühlvoll - so soll er klingen der Deutschpop ambitionierter Machart. In der Kulturfabrik traten gleich vier junge, talentierte und größtenteils bekannte Bands vor das gerade mal mit knapp 60 Zuhörern nur sehr spärlich erschienene Publikum, um bei dem als Popmeisterschaft übertitelten Festival Sympathiepunkte zu sammeln.

Das Berliner Trio Nachlader stellte gleich am Anfang unter Beweis, dass wortgewandter Protest Spaß machen kann. Zum monotonen Gesang verpackt Frontmann Daniel Baumann und seine Begleitmusiker den Synthiepop der Achtziger mit modernen Elektro-Elementen zu einem tanzbaren Gemisch.

Eine gehörige Portion Punk-Attitüde sorgt bei Songs wie "Arbeitsgeld" und "Das Leben ist nicht immer Pommes und Disco" dafür, dass sich unbeschwerte Heiterkeit breit macht.

Glückshormone setzt Elke Brauweiler alias Paula frei. Eine trällernde Mädchenstimme plus Texte über Zweisamkeitsprobleme legt sich auf einem pluckernden Synthiebass. Voller sommerleichter Rhythmen und zuckersüßer Soundideen klingen Paula beschwingt von "So wie jetzt" bis zum ihrem bisher einzigen Hit "Als es passierte" - Gute-Laune-Musik ohne Kitschfaktor. Allein das Les Rita Mitsouko Cover "Cest comme ca" ist trotz bezaubernder Frontfrau nicht mehr als eine überdrehte Kopie.

Mit jugendlicher Unbekümmertheit präsentieren sich da eher die fünf Mitzwanziger von Radiopilot. Im gestreiften Einheitsshirt gekleidet breitet das Berliner Quintett zu ihrem Debütalbum "Leben passiert" einen Soundmantel aus, der nur allmählich an Konturen gewinnt.

Unterstützt wird die Live-Präsentation ihrer Dutzend Songs von fünf
Bildschirmen, die als zusätzliche Instrumente vom Bemühen nach Brit-Pop-Melodien ablenken. Mit inzwischen vier Alben und einigen Chartsingles haben sich dagegen Suzie Kerstgens und ihre Gruppe Klee einen hörbar deutlichen Vorsprung erarbeitet.

Die Kölner spielen Popmusik für Traumtänzer mit poetischen Inhalten, getragen von viel Gefühl und Romantik. "2 Fragen" bis "Gold" vermitteln anmutige Leichtfüßigkeit - klingt etwa so der Popmeister?

Nach über vier Stunden Konzertprogramm gewinnt man die Erkenntnis: der ganz große Durchbruch ist den Bands noch nicht gelungen, es fehlt die Konstanz und Substanz. Der geringe Zuspruch in der Kufa war dafür ein kleiner Hinweis.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer