Die Eheleute Bauer ziehen sich zurück und freuen sich auf Kultur und Muße.

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Jahrzehntelang drehte sich bei Helmut Bauer und seiner Ehefrau Karin alles um Schmuck und die Königstraße. Jetzt verabschieden sie sich.

Jahrzehntelang drehte sich bei Helmut Bauer und seiner Ehefrau Karin alles um Schmuck und die Königstraße. Jetzt verabschieden sie sich.

A. Bischof

Jahrzehntelang drehte sich bei Helmut Bauer und seiner Ehefrau Karin alles um Schmuck und die Königstraße. Jetzt verabschieden sie sich.

Krefeld. Der Abschied von den Kunden fällt Karin Bauer-Abeler sichtlich schwer. Mehr als 20 Jahre hat sie das gleichnamige Juwelier-Geschäft an der Königstraße geführt. "Mit meinem Mann als ,grauer Eminenz’ an meiner Seite", sagt sie lächelnd.

Jetzt ist Schluss. Das Paar, das für den Straßenzug viel erreicht hat, will nun gemeinsam die Freizeit genießen. Er mit einem guten Buch und dem geliebten Schach, sie will wieder intensiv Klavier spielen. Die Steigerung der Attraktivität der Königstraße liegt Helmut Bauer jedoch weiterhin am Herzen. "Da bleibe ich aktiv."

Die Abeler-Familie hat eine über 100-jährige Uhren-Schmuck-Tradition. "Mein Großvater hatte in Münster ein Geschäft und zwölf Kinder", erzählt Karin Bauer-Abeler. "Die elf Söhne traten beruflich in seine Fußstapfen. Damit sie sich nicht gegenseitig Konkurrenz machten, eröffneten sie - nach des Vaters Willen - alle in einer anderer Stadt ein Geschäft. Mein Vater Fritz kam nach Krefeld an die Neusser Straße und hat ein Trümmergrundstück bebaut."

Davon zeugt heute noch das alte Glockenspiel von Juwelier Fritz Abeler an der Hausfassade. "Wir möchten es gerne kaufen und in unserem Garten in Königshof erklingen lassen", erzählt Bauer. "Aber der Eigentümer will es uns nicht geben."

Auch Karin Abeler erlernt nach der Schule zuerst das Uhren-Schmuck-Handwerk. "Doch die Arbeit mit den Uhren war mir zu pingelig, das Goldhandwerk zu schmutzig." Sie hatte ihre Lehre als Einzelhandelskauffrau im Geschäft des Vaters mit Bravour bestanden, als sie einen Edelsteinlehrgang in Königstein im Taunus belegt. Dort lernt sie Helmut Bauer kennen und verliebt sich. Drei Jahre später heiraten sie.

Auch er ist erblich vorbelastet: "Mein Onkel hatte ein Uhrmacher-Geschäft in Dülken, das ich übernehmen sollte. Doch die Steine faszinierten mich viel mehr." Der heute 70-Jährige wurde Edelstein-Sachverständiger und Prokurist in einer Düsseldorfer Schmuckgroßhandlung.

1987 schloss Fritz Abeler sein Geschäft an der Neusser Straße, im gleichen Jahr machte sich Tochter Karin auf der Königstraße selbstständig. Tragbarer schicker Schmuck für jedes Alter, von preiswert bis hochwertig, bot sie an.

Wir haben viele Ausstellungen organisiert, mit Raritäten, wie beispielsweise fluoreszierenden oder schwarzen Brillanten. Gourmet-Modenschauen mit Schmuck und ausgesuchten Kleidungsstücken von Dieter Weuthen bei Korff oder im Krefelder Hof folgten und natürlich das Engagement für die Königstraße.

Bereits ab der zweiten Straßenmodenschau gab es auf Betreiben von Helmut Bauer die Bühne Königstraße, danach folgte die Idee der Händler, die Straße zu überdachen und zum Weihnachtsfest aufwändig zu schmücken.

"Wir mussten Hausbesitzer, Einzelhändler und die Stadt unter einen Hut bekommen. Die Maßnahme hat für Furore gesorgt. Seitdem es sie gibt, haben wir keine Leerstände mehr. Das gläserne Dach ist heute Gold wert." Man sieht: Helmut Bauer und Karin Bauer-Abeler kommen von dem Material einfach nicht los...

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