Die Kindertafel unterstützt den Mittagstisch nicht nur in der Schule am Rundweg.

Schulessen in der Schule am Rundweg: Deniz (im Vordergrund) und Tina (dahinter) lassen es sich in der Mittagspause schmecken.
Schulessen in der Schule am Rundweg: Deniz (im Vordergrund) und Tina (dahinter) lassen es sich in der Mittagspause schmecken.

Schulessen in der Schule am Rundweg: Deniz (im Vordergrund) und Tina (dahinter) lassen es sich in der Mittagspause schmecken.

Andreas Bischof

Schulessen in der Schule am Rundweg: Deniz (im Vordergrund) und Tina (dahinter) lassen es sich in der Mittagspause schmecken.

Krefeld. Mit knurrendem Magen lässt sich schlechter lernen. Das beobachtet Monika Scheelen hautnah. Die Leiterin der Schule am Rundweg erlebt immer öfter Kinder, die morgens ohne Frühstück in die Klasse kommen und Mühe haben, sich in den folgenden Stunden auf den Unterricht zu konzentrieren. Auch ein warmes Mittagessen im offenen Ganztag ist für immer mehr Schüler keine Selbstverständlichkeit. Umso dankbarer ist Monika Scheelen für das Engagement der Krefelder Kindertafel.

Seit 2009 unterstützt der jüngste Ableger der Krefelder Tafel die einstige städtische Sonderschule, die inzwischen als Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung firmiert. Seitdem bekommen die Kinder regelmäßig Milch-Kakao, Pausensnacks oder ein Mittagessen, deren Eltern die Kosten dafür nicht aufbringen können. Und diese Zahl wächst. „Zu Beginn kamen 18 Schüler zum Mittagessen, drei Jahre später sind es bereits 32 bis 40 täglich“, erzählt Monika Scheelen.

Im vergangenen Jahr wurden 93 500 Euro gesammelt

50 Euro kostet normalerweise der Mittagstisch pro Monat. Dafür gibt es fünfmal die Woche am Rundweg ein gesundes Mittagessen. Der Nachtisch wird aus Kostengründen in der Schule selbst zubereitet, aus Lebensmittelspenden der Krefelder Tafel. Wer einen Zuschuss aus dem Bildungspaket erhält, zahlt weniger. „Statt der 50 sind dann nur noch 20 Euro im Monat fällig“, rechnet die Schulleiterin vor. Das sind ein Euro pro Tag und Mittagessen. Doch selbst dieser Betrag sei vor allem für so manche Alleinerziehende noch zu viel.

Dabei scheitert es laut Monika Scheelen nicht immer am Geld, sondern bereits an der Antragstellung. „26 der Kinder hätten Anspruch auf Unterstützung aus dem Bildungspaket, aber der entsprechende Antrag wird gar nicht erst gestellt“, sagt Monika Scheelen bedauernd. Selbst wenn die Lehrer das Formular schon fertig ausfüllen.

„Die, die darunter leiden, sind immer die Kinder“, erklärt Elisabeth Ploenes. Und damit möchte sie sich nicht abfinden. Die Mitbegründerin und langjährige Vorsitzende der Krefelder Tafel hat 2007 die Kindertafel in Krefeld ins Leben gerufen und sammelt seither unermüdlich Geld dafür. Allein im vergangenen Jahr sind auf diesem Wege 93 500 Euro zusammengekommen. Damit konnten zwölf Monate lang in 28 Schulen und Kindergärten 976 Kinder mit Milch-Kakao oder Snacks und 100 Kinder mit Mittagessen versorgt werden.

Hartz IV Rund 8400 Kinder und Jugendliche leben in Haushalten, die Transferleistungen wie Hartz IV bekommen. Nicht enthalten sind in den Zahlen des Statistischen Jahrbuchs von 2010 die Kinder aus einkommensschwachen Familien. Für diese Familien ist es oftmals schwer, das Essen für die Schulverpflegung aufzubringen.

Bildungspaket Grundlage für dieses Förderpaket ist ein Bundesgesetz, das seit dem 1. Januar Kindern aus einkommensschwachen Familien einen Rechtsanspruch auf Bildung und Teilhabe garantiert. Die Stadt Krefeld hat aus diesem Gesetz insgesamt 5,3 Millionen Euro zur Verfügung, um Kindern von Beziehern von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag zu unterstützen.

Mittagessen Aus dem Bildungspaket werden auch Zuschüsse zum Mittagessen gezahlt. Die Anträge gibt es in den Schulen und auch in der Anlaufstelle im Seidenweberhaus.

Doch auch Kochkurse, wie der einmal in der Woche am Rundweg, werden so unterstützt. „Die Stadt bezahlt zwar die Einrichtung der Küche, nicht aber Lebensmittel für den hauswirtschaftlichen Unterricht“, erklärt Monika Scheelen. Vom Grundsatz her sollte jedes Kind zwei Euro dafür mitbringen. „Aber auch daran scheitert es oft.“ Dabei lernen die Kinder anschaulich, was Leckeres und Gesundes aus frischen Kartoffeln und saisonalen Gemüse gekocht werden kann. „Das ist wichtig, denn viele ernähren sich viel zu kohlehydratelastig.“

Damit die Kinder auch in diesem Jahr regelmäßig eine Mahlzeit bekommen, hofft Elisabeth Ploenes auf neue Spender. Auch Essenspaten für 25 Euro im Monat sind willkommen. Die können sich melden unter Telefon 53 44 98.

www.krefelder-tafel.de

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