Bei der „Nacht der Musicals“ wurden die größten Hits des Genres präsentiert.

Seidenweberhaus
Tanz und Gesang, Licht und Nebel bei der „Nacht der Musicals“.

Tanz und Gesang, Licht und Nebel bei der „Nacht der Musicals“.

Dirk Jochmann

Tanz und Gesang, Licht und Nebel bei der „Nacht der Musicals“.

Krefeld. Unterhaltung auf hohem Niveau wurde in der „Nacht der Musicals“ geboten. Die Liebhaber dieses Genres erlebten am Montag im Seidenweberhaus ein rund zweieinhalbstündiges Revue-Programm.

Das schlichte Bühnenbild besteht im Wesentlichen aus drei Videoschirmen, über die je nach Thematik passende Bilder flimmern. Ob gelbe Katzenaugen bei „Cats“ oder Dschungelmotive bei „Tarzan“, in Kombination mit einer effektvollen Licht- und Nebelshow wetteifern sie in einer Farborgie mit den bunten Kostümen der Darsteller.

Der Gesang ist live, das Orchester kommt vom Band

Unterstützt von Tänzern der Broadway Musical Dance Company, präsentieren vier Solisten – Isabel Doerfler, Agnes Heiter, Dale Tracy und Martin Markert – in lockerer Folge Ensembles, Duette und Solos aus beliebten Musicals. Die vielen Ohrwürmer animieren das Publikum zum Mitklatschen.

Die Choreographie allerdings gerät nach einer Weile etwas einfallslos. Und der Gesang ist zwar live, aber die Orchesterbegleitung kommt vom Band. Wenngleich von hoher Qualität lassen solche Playbacks oft keinen Raum für die persönliche Gestaltung. Agnes Heiter etwa kämpft in „Think of me“ („Das Phantom der Oper“) mit einem zu schnellen Tempo. Ihre klare Sopranstimme klingt unruhig, erst im Duett mit dem Bariton Dale Tracy – großartig als Phantom – kann sie Glanz und Ausdruck entfalten. Die klassischen Tonfolgen am Ende gelingen ihr traumhaft. Ein Höhepunkt des Abends ist ihre komödiantische Interpretation von „Cabaret“.

Martin Markert überzeugt nicht nur wegen seiner gut geführten, ermüdungsfreien Rockstimme. Er ist ein wandlungsfähiger Darsteller, der das Publikum unter anderem als Falco, Tarzan oder Frank N. Furter („The Rocky Horror Show“) zu begeistern weiß. Was ihm bei Letzterem an skurrilem Transvestitentum fehlen mag, kann er mit Charme und Humor ausgleichen.

Der leuchtende Stern in dieser Musical-Nacht aber ist Isabel Doerfler. Sie besitzt nicht nur eine magnetische Bühnenpräsenz; ausgestattet mit einer runden, wohltönenden Strahlkraft vermag ihre Stimme sowohl als Rockröhre wie auch in sensiblen Balladen wie „Memories“ („Cats“) oder „Don´t cry for me, Argentina“ („Evita“) Emotionen auszulösen.

Mit einem Medley aus „Sister Act“ jagt das Ensemble am Ende noch einmal den Puls des Publikums hoch, das für seinen stürmischen Applaus mit einer Zugabe belohnt wird.

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