In Krefeld leben fünf der 15 europäischen Baumkängurus. Direktor ist Zuchtbuchführer.

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Die Kängurus im Zoo leben auf Bäumen ebenso wie auf dem Boden. (Archiv

Die Kängurus im Zoo leben auf Bäumen ebenso wie auf dem Boden. (Archiv

DJ

Die Kängurus im Zoo leben auf Bäumen ebenso wie auf dem Boden. (Archiv

Krefeld. Es ist ein herzliches Wiedersehen: Vor zwei Jahren waren das Baumkänguru-Weibchen Belisi und ihre Pflegerin Megan Richardson im Zoo von Melbourne in Australien getrennt worden. Belisi wurde in den Krefelder Zoo verlegt. Jetzt ist ihre ehemalige Betreuerin zu Besuch. Beide waren deutlich gerührt. Die Australierin nimmt an einem Expertentreffen über Goodfellow-Baumkängurus in Krefeld teil. Sie bleibt dann noch knapp vier Wochen, um Belisi zu trainieren. Stamm-Tierpfleger Knut Nielsen sieht die Abwechslung gerne.

Über Haltung, Krankheiten und Schutzprojekte wird gesprochen

Zwanzig Teilnehmer sind aus Frankreich, Irland, England, Australien, den Niederlanden, USA und Deutschland nach Krefeld gekommen. In der Zooscheune diskutieren sie bis Sonntag über Haltung, Krankheiten, Gewohnheiten, Gehege und Schutzprojekte für die honigbraunen Tiere, die auf dem Boden und ebenso gut auf den Bäumen leben.

Fünf von 15 in Europa lebenden Goodfellow-Baumkängurus sind im Krefelder Zoo, in einem Gehege an der Vadersstraße. Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen ist europäischer Zuchtbuchführer. Ihm entgeht keine Bewegung der seltenen Tiere. Er achtet auf Unterbringung und vor allem auch darauf, dass sich keine Inzucht einschleicht.

Dreßens nordamerikanische Kollegin Jacquey Blessington aus dem Zoo von Kansas-City ist auch nach Krefeld gekommen. Weil es in den USA in drei Tiergärten nur sieben Goodfellow-Tiere gibt, aber in 26 Zoos insgesamt 53 Marchie-Exemplare, diskutieren die Fachleute auch darüber, ob sich Europa und Nordamerika die Arten teilen.

Die Goodfellow-Baumkängurus hält der Krefelder Zoo seit 1995, mit Belisi leben hier ihr Partner Wango und nebenan das Pärchen Bud und Summer mit Nachzucht Nunsi. Vorher gab es graue Kletterbeutler in Krefeld, die sind aber inzwischen nahezu ausgestorben.

Die Teilnehmer des Treffens sind besonders gespannt auf den Bericht von Lisa Dabek. Sie ist im Zoo von Seattle Koordinatorin für Freilandschutzprojekte und seit 13Jahren am Aufbau eines Schutzgebiets auf der Halbinsel Huan in Papua-Guinea beteiligt und sagt: "Es ist ganz wichtig, die dort wohnenden Menschen in das Projekt einzubeziehen."

Wer sich die Kletterer im Krefelder Zoo anschaut, sollte auf die Schwänze am Ende des hellen Rückenstreifens achten. "Die Musterung ist ganz individuell, wie beim Fingerabdruck des Menschen", erklärt Zoosprecherin Petra Schwinn. Die Känguru-Experten aus aller Welt sind während ihres Aufenthalts an einem Abend zum Haxen-Essen in der Hausbrauerei Gleumes zu Gast. Die hat eine Patenschaft über die Baumkängurus übernommen.

Weitere Fotos von den Krefelder Baumkängurus im Internet:

www.wz-krefeld.de

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