Im Casino von Evonik begeistert das „Erste Deutsche Zwangsensemble“. SV Adler Königshof ehrt Heinz Litgen.

Kabarett
Den Evonik-Adler-Ehrenpreis erhielt Heinz Litgen (Mitte, im Rollstuhl) für seine Jugendarbeit beim VfR Fischeln. Links Ratsherr Theo Wirtz, rechts Evonik-Standortleiter Bernd Diener, dahinter das Erste Deutsche Zwangsensemble.

Den Evonik-Adler-Ehrenpreis erhielt Heinz Litgen (Mitte, im Rollstuhl) für seine Jugendarbeit beim VfR Fischeln. Links Ratsherr Theo Wirtz, rechts Evonik-Standortleiter Bernd Diener, dahinter das Erste Deutsche Zwangsensemble.

DJ

Den Evonik-Adler-Ehrenpreis erhielt Heinz Litgen (Mitte, im Rollstuhl) für seine Jugendarbeit beim VfR Fischeln. Links Ratsherr Theo Wirtz, rechts Evonik-Standortleiter Bernd Diener, dahinter das Erste Deutsche Zwangsensemble.

Krefeld. Sie sind frech, bissig und manchmal böse, aber höchst unterhaltsam und sehenswert. Claus von Wagner, Philipp Weber und Mathias Tretter schlüpfen als Erstes Deutsches Zwangsensemble mit schauspielerischem Talent und Wortwitz in diverse Rollen und nehmen dabei ihre 350 Gäste im ausverkauften Kasino von Evonik mit auf „Die letzte Tour“ – ein weiteres Highlight in der 20-jährigen Kabarett-Geschichte des Sportvereins DJK SV Adler Königshof.

Dabei wurde bereits zum zehnten Mal der Evonik-Adler-Ehrenpreis verliehen, der Krefelder Bürger für lange ehrenamtliche Arbeit auszeichnet. Der Preis ging an den 77-jährigen Heinz Litgen für seine aufopferungsvolle Jugendarbeit der Fußballer des VfR Fischeln (die WZ berichtete).

Kabarettisten-Trio hat schon 37 Kleinkunstpreise abkassiert

Das Erste Deutsche Zwangsensemble zeigte, warum es schon 37 Kleinkunstpreise in der Sparte Kabarett abkassieren konnte. Mit einem spritzigen Bombardement stellt es politische und soziale Missstände bloß. Mal witzig, wenn Angela Merkel (großartig von Claus von Wagner interpretiert) sich beim Papst Tipps über den Umgang mit kleinen widerspenstigen FDP-Jungs holt. Mal böse, wenn Libyen in den Parlamentarismus gebombt wird.

Oder vorausschauend frech, wenn es beim griechischen Lieblingswirt heißt: „Ich weiß nicht, ob ich bezahlen kann. Ich habe nur Euros.“ Mitunter respektlos, wenn die Bundesminister Niebel und Westerwelle bei ihrem Besuch in Afrika als Megaphon und Furzkissen bezeichnet werden.

Scham kennt das Trio jedenfalls nicht, setzt es sich doch in einer Szene mit runtergelassenen Hosen auf die Toilette, um über Politik zu lästern, bei der am Ende doch alles am Bürger hängen bleibe.

Die Nachwuchskabarettisten schrecken vor keinem Thema zurück, schon gar nicht vor den Bankern. So bekommt auch Josef Ackermann sein Fett weg: „Die Kinder würden ihn lieben. Keiner verkörpert die kleine Raupe Nimmersatt besser als er.“ Gegeißelt wird auch die zunehmende Dekadenz bei den Essgewohnheiten.

So finde man heute Steckrüben-Carpaccio auf der Speisekarte, damit ein Preis von 29,90 Euro gerechtfertigt werden könne. Früher habe das Aufschnitt geheißen, aber das lasse sich nicht verkaufen.

Nicht einmal die Bibel bleibt verschont: „Ein Buch für alle, die mühselig und beladen sind – also ein Frauenbuch. Ein Schmankerl ist die Beratung der Buchautoren Jesus und Moses, aus dessen 600 Gesetzen flugs die Top 10 als zehn Gebote rausgenommen werden, damit sie sich wie warmen Semmeln verkaufen.

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