Den Bestand erfassen – damit sind die Geschäftsleute traditionell im neuen Jahr beschäftigt.

Krefeld. Der eine zählt, der andere schreibt auf - so läuft die jährliche Inventur im Optik-Geschäft Adolphs am Ostwall ab. Ganz traditionell. Und auch, wenn es längst kein Glaslager mehr gibt und keine zigtausend einzelnen Brillengläser mehr gezählt werden müssen:

Das Aufnehmen der vorhandenen Ware bedeutet für die Mitarbeiter von Geschäftsinhaber Ulrich Adolphs zum Jahresende und -anfang trotzdem mehrere Stunden Arbeit.

Modellbezeichnung und Einkaufspreis der Damen-, Herren- und Kinderbrillen werden dabei aufgelistet, Sonnenbrillen, Lupen sowie Kontaktlinsen und Kontaktlinsenmittel werden gesondert erfasst.

Seit über 30 Jahren führt der Optiker bereits sein Fachgeschäft, war erst an der Rheinstraße ansässig und empfängt seine Kunden nun seit anderthalb Jahren am Ostwall 164.

Der Buchhandel hat die Bestandsaufnahme schon hinter sich

Das Geschäftsjahr im Buchhandel endet bereits im Juni eines Jahres, deshalb haben die Mitarbeiter bei Buch Habel an der Hochstraße das Zählen schon hinter sich. Beinahe ein komplettes Wochenende nimmt die Inventur dort in Anspruch:

Als Inventur bezeichnet man laut Wörterbuch die in der Regel jährlich vor einer Bilanz erforderliche Bestandsaufnahme aller Vermögenswerte (besonders Warenvorräte, Wertpapiere, Bargeld) eines Unternehmens. Die geordnete Liste der Bestände mit den dazu gehörenden Wertangaben heißt Inventar.

Sie wird zum größten Teil nicht manuell durchgeführt, sondern mittels Lesegeräten, mit denen die Buchhändler an den Regalreihen entlang gehen und die Zahlencodes einscannen.

"Das gilt aber nur für die Bücher, Artikel aus dem Non-Book-Bereich wie Bleistifte werden immer noch per Hand gezählt", erklärt Filialleiterin Verena Vahnenbruck.

Hauptverantwortlich für die Inventur bei Buch Habel sind die jeweiligen Warengruppenleiter der einzelnen Abteilungen. "Sie haben einfach den besten Überblick über das, was vorhanden ist und bereiten schon vier bis sechs Wochen vorher die Inventur akribisch vor, so dass alles reibungslos ablaufen kann", sagt Vahnenbruck.

40000 Artikel pro Monat waren es durchschnittlich im vergangenen Geschäftsjahr. Genügend Lesefutter also für alle Bücherfans.

Ganz anders und dennoch traditionell wird die Inventur im Baumarkt Hornbach an der Mevissenstraße gehandhabt. Filialleiter Jürgen Rösner entlastet seine Mitarbeiter, indem er nun schon zum dritten Mal einen Inventurdienstleister für die Warenzählung beauftragt.

Die Inventur-Profis nehmen in einer Nacht im Februar alle Artikel für den Heimwerkerbedarf per Hand auf - von der Schraube bis zum Badezimmerschrank.

"Diejenigen, die zur Inventur kommen, machen nichts anderes als das. Sie sind bestens geschult und brauchen keine Einarbeitung mehr", erläutert Rösner den Vorteil der eingekauften Experten.

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