Der ehemalige Krefelder Kaplan Stephan van Dongen koordiniert als Militärdekan die Seelsorge der Bundeswehr.

Auslandseinsätze
Zusammen mit zwei Bischöfen aus Polen und den USA sowie zahlreichen Soldaten aus vielen Nato-Ländern nahm Stephan van Dongen (erster von rechts; schwarzes Sakko) an der Fußwallfahrt zur schwarzen Madonna nach Tschenstochau teil.

Zusammen mit zwei Bischöfen aus Polen und den USA sowie zahlreichen Soldaten aus vielen Nato-Ländern nahm Stephan van Dongen (erster von rechts; schwarzes Sakko) an der Fußwallfahrt zur schwarzen Madonna nach Tschenstochau teil.

Zbigniew Kempa

Zusammen mit zwei Bischöfen aus Polen und den USA sowie zahlreichen Soldaten aus vielen Nato-Ländern nahm Stephan van Dongen (erster von rechts; schwarzes Sakko) an der Fußwallfahrt zur schwarzen Madonna nach Tschenstochau teil.

Krefeld. Mit Bundespräsident Joachim Gauck und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat der Katholische Leitende Militärdekan für Berlin, Stephan van Dongen, öfter mal zu tun. Zuletzt bei der Einweihung des neuen Gedenkortes der Bundeswehr für die Todesopfer der Einsätze in aller Welt. Der Geistliche, der Krefeld als seine Heimat bezeichnet, trug dort eine Lesung aus dem alttestamentlichen Buch der Weisheit vor.

Priester werden in die ganze Welt ausgesandt

Dem früheren Hülser Kaplan mit Wurzeln in Fischeln liegen Arbeit und Treffen mit aktiven jungen Leuten jedoch viel mehr am Herzen. Er sendet Priester zu den in aller Welt stationierten jungen Soldaten und besucht diese auch selbst. „Es ist unsere Aufgabe, die Menschen dort aufzusuchen, wo sie sind“, erklärt der frühere Diözesanjugendseelsorger und jetzige Militärdekan.

„Vor Ort geht es um nichts Geringeres als um die Fragen des täglichen Lebens.“

Stephan van Dongen über die geistliche Hilfe in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr

Bis zu 60 000 Kilometer legt van Dongen jährlich für seine Arbeit zurück. „Ich war schon einige Male in Fort Bliss in El Paso, Texas“, berichtet der Geistliche. „Öfter besuche ich hingegen das deutsche Militärpfarramt in Neapel. Dort ist ein großer Nato-Stützpunkt. Alle Bundeswehr-Standorte in Italien, Griechenland, Türkei, Spanien und Portugal sind der hauptamtlichen Dienststelle der Katholischen Militärseelsorge zugeordnet.“ Und die Dienstaufsicht für die im Ausland stationierten Militärgeistlichen hat Stephan van Dongen.

„Vor Ort geht es um nichts Geringeres als um die Fragen des täglichen Lebens“, berichtet der Militärdekan. „Die Gespräche drehen sich um die Beziehung mit Frau oder Freundin, Überschuldung durchs Handy oder den Umgang mit legalen und illegalen Drogen.“ Die Arbeit mit den Rekruten, die quer aus der gesamten Gesellschaft kommen, habe ihn gereizt, berichtet er weiter. „Bei meiner Seelsorgeaufgabe für Soldaten profitiere ich auch immer aus den Erfahrungen meiner früheren Seelsorge für die Jugend und in verschiedenen Krankenhäusern; so beispielsweise vom Krefelder Alexianer Krankenhaus und dem Maria Hilf.“

Der Krefelder ist für die östlichen Bundesländer zuständig

Die Aufgaben von van Dongen sind umfangreich: Er ist der Leitende Dekan für alle Dienststellen in den Neuen Ländern und übt die Dienstaufsicht über die permanenten Auslandsdienststellen der katholischen Militärseelsorge aus. Zudem ist er Bischöflicher Beauftragter für den Katholikenrat.

Stephan van Dongen ist am Niederrhein verwurzelt. Nach der Priesterweihe in Aachen im Jahr 1993 ging er für vier Jahre als Kaplan nach Hüls.

Von April 1999 bis Herbst 2002 arbeitete er in der Region Krefeld als Jugendseelsorger. Danach war er Jugendpfarrer für das gesamte Bistum Aachen und der Diözesanverantwortliche des Weltjugendtages 2005.

Vor seiner jetzigen Tätigkeit sammelte er Einsatzerfahrung als Militärpfarrer. „Ich war 2009 für vier Monate im Kosovo und ebenso lange im Einsatz in Afghanistan. Dort war die Einzelbetreuung wichtig und die Aufarbeitung persönlicher Probleme: Die Trennung von der Familie und die Schwierigkeiten, nur telefonieren zu können. In Afghanistan, mit den grausamen Attentaten, war eine umfangreiche seelsorgerische Arbeit unerlässlich.“

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