Das 13. Krefelder Gospelfestival endet mit einem begeisternden Gottesdienst.

Konzert
Mit Hingabe singen Mitglieder der „Gospel Family of Christ“ beim Gospelkonzert am Freitagabend in der Alten Kirche.

Mit Hingabe singen Mitglieder der „Gospel Family of Christ“ beim Gospelkonzert am Freitagabend in der Alten Kirche.

Dirk Jochmann

Mit Hingabe singen Mitglieder der „Gospel Family of Christ“ beim Gospelkonzert am Freitagabend in der Alten Kirche.

Krefeld. Hochkonzentriert stehen die Sängerinnen und Sänger zweier Chöre in bodenlangen Roben im Altarraum vor der imposanten Orgel. Noch herrscht Stille in der Alten Kirche. Die Besucher warten gespannt, manche lehnen sich neugierig über die Empore. Dann greift Angelika Rehaag zum Mikrofon und begrüßt die Anwesenden zum Konzert des 13. Krefelder Gospelfestivals.

Sie wendet sich dem Chor zu und macht eine schwungvolle Handbewegung. Das Konzert kann beginnen. Temporeiche Musik füllt die Kirche, der Chor klatscht im Rhythmus und dieses Gefühl überträgt sich sofort auf die Besucher. Sie stehen von ihren Sitzen auf, schnipsen, tanzen und singen mit. „Das ist Gospel“, erklärt Angelika Rehaag. „Eine vollkommen andere Form von Chormusik. Gospel bedeutet Energie und Dynamik in seiner ganzen Bandbreite.“

Chor-Workshops sollen Interesse an Gospel wecken

Unter dem Motto „We are blessed“ veranstaltet die Gospel Academy unter der Leitung Rehaags ein dreitägiges Festival. Das Interesse ist groß: 190 Erwachsene und 43 Jugendliche nehmen teil. Mit diversen Kursen will die studierte Kirchenmusikerin und Leiterin mehrerer Chöre ein Programm für alle Interessierten ab zwölf Jahren bieten: Neben Chorworkshops sind dieses Mal Trainings für Gospelpiano, Sologesang, Rap-Workshop und Tanztraining im Angebot. „Gospel ist keine Musik für ältere Leute“, so Rehaag. „Es ist Chormusik, die auch junge Leute begeistert.“

Renommierte Dozenten unterstützen das Event

Das Festival ist über Stadt- und Landesgrenzen bekannt. Unterstützung erhält die Veranstaltung von renommierten Dozenten aus dem In- und Ausland. Neben Chris Lass, einem Deutschbriten aus Bremen, geben wieder Eggo Fuhrmann (Melbeck) und Dana L. Powell (Pomona, New York) ihre Erfahrungen an die Teilnehmer weiter. Powell, Fuhrmann und sein Lüneburger Gospelchor stehen am Abend auch selbst auf der Bühne: „Die Gospel-Szene ist wie ein Geflecht. Man kennt sich und ist wie eine große Familie“, weiß Pressereferentin Gabi Klinkhammer. „Das Festival ist wie ein Schmelztiegel“, sagt sie. „Es kocht am Samstag dann mit dem Gottesdienst über.“

Um allen die Teilnahme am Festival zu ermöglichen, unterstützt der Verein Give Gospel finanzschwächere Familien mit Zuschüssen. „Damit können wir Interessierte von 12 bis 27 Jahren unterstützen“, erklärt Gabi Klinkhammer.

Der Gospel ist eine christliche afro-amerikanische Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Chormusik zeichnet sich auch durch Jazz- und Blueseinflüsse aus.

Die Anfänge gehen auf das Jahr 1996 zurück. 2013 wird aus organisatorischen Gründen pausiert.

Infos im Internet: www.festival2012.gospelacademy.com

www.gospelacademy.de

Für Angelika Rehaag ist Gospel ein wichtiger Ausgleich: „In der heutigen Gesellschaft besteht sehr viel Druck“, sagt die Initiatorin. „Gospel kann ein Ventil dafür sein. In der Musik kann ich mich verlieren und wiederfinden. Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Leute für Gospelmusik interessieren.“

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