Armin Everhardt hat es in den erlesenen Kreis geschafft: Er ist Doctor humoris causa.

Ablehnen konnten die Armin Everhardt (Mitte) nicht. Am Ende verpassten sie ihm den Titel – „auf Bewährung“.
Ablehnen konnten die Armin Everhardt (Mitte) nicht. Am Ende verpassten sie ihm den Titel – „auf Bewährung“.

Ablehnen konnten die Armin Everhardt (Mitte) nicht. Am Ende verpassten sie ihm den Titel – „auf Bewährung“.

Andreas Bischof

Ablehnen konnten die Armin Everhardt (Mitte) nicht. Am Ende verpassten sie ihm den Titel – „auf Bewährung“.

Krefeld. Schneewittchen hat dem neuen Doctor humoris causa die Schau gestohlen. Dabei bewarb sich Armin Everhardt mit wohlgereimter Rede und sozial engagiertem Lied um die narrenakademische Ehre. Doch Joachim Watzlawik im weißen Tütü mit schneeweißem Teint und Ebenholz-Haar war vom Original-Prinzen Johannes wachgeküsst worden und hatte so die Zwerge glücklich gemacht.

Immerhin setzte Everhardt eine karnevalistische Kappe nach der anderen auf und wieder ab und stand schließlich ohne weitere Vergangenheit barhäuptig da. Da hatten die Doctores ein Einsehen und verpassten ihm den Hut mit Titel - "auf Bewährung".

Die etablierten Doctores ließen den Neuen lange zappeln

Damit war für den Gartenarchitekten und langjährigen Vize im städtischen Grünflächenamt "alles im grünen Bereich", wie er es schon während des ganzen Abends im Stadtwaldhaus von der Leinwand in der Bühnenmuschel verkündete.

Ablehnen konnte die Sonderabteilung der GKG Uzvögel den Kandidaten sowieso nicht, lichtete doch Vorjahres-Neuling Hans-Jörg Böckeler mit musikalischen Fingerspitzen-Methoden das Dunkel der karnevalistischen Persönlichkeit: elf Jahre Leiter des Uerdinger Zugvereins, gebildet in der Volksschule 22, Aspirant für den 44. Doctor und 66 Jahre an Reife. War das ein Kompetenznachweis?

Den Hintergrund seiner Uerdinger Umtriebe als Vorstadt-Prinz und Chef der Braunschweiger Narrenzunft übersah das Gremium geflissentlich, schließlich waren auch schon Hülser in die Riege aufgenommen worden.

Seit 1971 vergibt die GKG Uzvögel 1900 den Titel "Doctor humoris causa" an geeignete Persönlichkeiten. Darunter waren Ex-Bürgermeister Heribert Ridders, Bürgervereins-Chef Eduard Lampmann und Regionaldekan Adolf Düppengießer. Auch Ex-Oberbürgermeister wie Hansheinz Hauser, Dieter Pützhofen und Willi Wahl haben den Doctor-Hut im Schrank, Bundestagsabgeordneter Bernd Scheelen hat ihn häufiger auf dem Kopf.

Jedes Jahr wird ein Kandidat gekürt und in einer großen Sitzung ernannt und eingekleidet.

Die etablierten Doctores ließen den Neuen lange zappeln, hatten sie sich doch eine ganze Reihe von jecken Vorspielen ausgedacht. Manfred Coelen etwa hatte seinen Pappkopp Matthes mitgebracht, der in vollem Ornat drastisch begründete Ansprüche als Reserveprinz geltend machte, "falls der Johannes mal mit ene volljesuepene Kopp utfällt". Volker Diefes machte Schluss mit idealen Maßen und behauptete: "Mein Bauch gehört mir."

Sein Lied "In unserem Krieewel" intonierte Prinz Johannes selbst

Und Brauchtumspfleger Jochen Lenzen konnte es nicht lassen, gleich zwei Mal krieewelsche Liedsches zu singen, von "de krieewelsche Jonges" über den "du-ete Merling" bis zu "op dän Dießem". Vorsichtshalber hatte er die Texte auf den Tischen verteilt.

Sein Lied "In unserem Krieewel" intonierte Prinz Johannes beim Finale selbst und outete sich - für Unkundige - als Mitglied der Doctores-Gemeinde, wenn auch erst seit 2003.

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