Um Pflanzen alter Zeiten – und praktische Fragen – ging es im Botanischen Garten.

Mit so viel Andrang hatte niemand gerechnet: Birgit Loy konnte im Botanischen Garten rund 90 interessierte Besucher begrüßen.
Mit so viel Andrang hatte niemand gerechnet: Birgit Loy konnte im Botanischen Garten rund 90 interessierte Besucher begrüßen.

Mit so viel Andrang hatte niemand gerechnet: Birgit Loy konnte im Botanischen Garten rund 90 interessierte Besucher begrüßen.

Dirk Jochmann

Mit so viel Andrang hatte niemand gerechnet: Birgit Loy konnte im Botanischen Garten rund 90 interessierte Besucher begrüßen.

Krefeld. Der Andrang der Gartenfreunde ist noch größer, als Birgit Loy es erwartet hat. Und dabei hatte die Leiterin des Botanischen Gartens extra einen Experten für Staudenkulturen mitgebracht, um eine zweite Gruppe zu übernehmen.

Die Sonderführung "Pflanzen alter Zeiten - heute noch aktuell?" mobilisierte gestern 90 Gartenfreunde. Ein Spaziergang in die Geschichte von Pflanzen, ihrer einstigen Nutzung und die Frage, wie es heutzutage um sie bestellt ist, das zog die Laiengärtner in Scharen zum Treffpunkt am Haupteingang.

Maulbeerbäume lieferten seinerzeit das Futter für die Seidenraupen

Zunächst spaziert die Gruppe vorbei an asiatischen Gehölzen wie den Maulbeerbäumen, die einst Krefelds Stadtbild mit prägten, weil sie das Futter für die Seidenraupen lieferten. Der Rhododendronhain zeigt nach diesem Juli Trockenschäden, erklärt Loy. Daraufhin meint ein Hobbygärtner zu seiner Begleitung: "Ich glaube, wir schaffen uns auch noch einen Sprenger an!"

Das Fachsimpeln zur täglichen Gartenpraxis kommt in Gang. Daneben werden die Unterschiede in der Gestaltung des Botanischen Gartens zu einem "grünen Faden" der Exkursion. Wie sehr auch die Präsentation von Pflanzen Moden folgt, wird mitten im Rosengarten deutlich. Während der sechziger Jahre liebten Gartenarchitekten weite Plattenflächen, in deren Lücken Blumen wachsen durften. Auch Betonringe als Beet-Umrahmungen fand man nicht nur praktisch, sondern wohl auch schön. Das sieht man heute nicht mehr so.

Dann stößt die Schar endlich mal auf ein historisches Gewächs, eine Damaszener Rose, die um 1880 gezüchtet wurde. Bei diesem Strauch kommt das eigentlich Thema der Sonderführung zur Sprache. Birgit Loy berichtet, dass der Trend bei den Rosen heutzutage wieder zu alten Sorten geht, die sich durch volle Blüten und ihren Duft auszeichnen - und nicht durch abgezählte fünf Blütenblätter der "Sparvariante".

Der Garten wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.

Als Schulgarten, aus dem städtische Gärtner den Lehrern Anschauungsmaterial für den Naturkundeunterricht gaben, be-gann seine Geschichte. 1928 wurde er erstmals erweitert, in den 60er-Jahren noch einmal.

Als Paradebeispiel für historisches Gärtnern am Niederrhein steht der Bauerngarten, wie man ihn in ähnlicher Form auch noch außerhalb des Botanischen Gartens findet. Die vielen Eindrücke, die Informationen, die Fachsimpeleien mit all den guten Tipps, machen den Streifzug durch Gartenmoden zu einem anspruchsvollen wie unterhaltsamen Besichtigungsprogramm. Da hat Birgit Loy schon fast Mühe, am Ende ihre wissbegierigen Gäste wieder los zu werden.

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