An der Steinstraße steht Christine Neubauer für „Gottes mächtige Dienerin“ vor der Kamera.

wza_1500x893_548648.jpeg
Christine Neubauer ist Gottes mächtige Dienerin.

Christine Neubauer ist Gottes mächtige Dienerin.

Dirk Jochmann

Christine Neubauer ist Gottes mächtige Dienerin.

Krefeld. Die Villa spiegelt den leicht angestaubten Charme der Jahrhundertwende wider. Holzvertäfelte Wänden, angekratzte Bodendielen und antike Polstermöbel. Alter Baumbestand säumt die kiesbedeckte Einfahrt. Allein die Anwesenheit einer 80-köpfigen Filmcrew hält einen im Hier und Jetzt.

In dem herrschaftlichen Gebäude an der Steinstraße 137, wo einst das Finanzamt für Großbetriebsprüfungen residierte, werden momentan Szenen für den TV-Zweiteiler "Gottes mächtige Dienerin" gedreht. In den Hauptrollen: Christine Neubauer, Remo Girone und Ulrich Gebauer. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Historikerin Martha Schad und soll 2010 in der ARD ausgestrahlt werden.

Neubauer schlüpft in die Rolle der Ordensschwester Pascalina aus Altöttingen, die vierzig Jahre an der Seite von Papst Pius XII. stand. Anfangs als seine Haushälterin, später erlaubte er ihr als erster Frau innerhalb der Mauern des Vatikans zu wohnen.

Insgesamt 15 Drehtage sind für das Filmteam in der Krefelder Villa angesetzt, die später im Film kurzerhand nach München versetzt wird. "Wir schicken unserer Location-Scouts mit bestimmten Vorgaben los. Das Haus in Krefeld erfüllt optimal unsere Anforderungen. Zudem steht das Gebäude leer, wir konnten es einrichten, wie wir es brauchen", erklärt Elke Ried von der Produktionsfirma Ziegler Film.

Eingehüllt in ihren Habit mit einem dezenten Makeup sitzt Christine Neubauer in einem weinroten Sessel in der Villa. Den seligen Blick kann sie auch während der Drehpausen nicht richtig ablegen. Schon öfter ist die 47-Jährige in historische Rollen geschlüpft. Täglich haben Filmcrew und Schauspieler zwischen zwei und vier Szenen abzudrehen, je nach Länge.

Gedreht wird noch bis November, dann wird die Musik komponiert und vertont. Eine anstrengende Aufgabe. "So ein Habit engt sehr ein", so Christine Neubauer. Selber hat die gebürtige Münchnerin nie daran gedacht, ins Kloster zu gehen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer