Provokateur Sarrazin spielt auch an der Corneliusstraße eine Rolle.

Der Tanz der Nationen, aufgeführt von Josefsschülern, gehört zum festen Bestandteil des Festes ohne Grenzen.
Der Tanz der Nationen, aufgeführt von Josefsschülern, gehört zum festen Bestandteil des Festes ohne Grenzen.

Der Tanz der Nationen, aufgeführt von Josefsschülern, gehört zum festen Bestandteil des Festes ohne Grenzen.

Dirk Jochmann

Der Tanz der Nationen, aufgeführt von Josefsschülern, gehört zum festen Bestandteil des Festes ohne Grenzen.

Krefeld. Fast grenzenlos ist das Fest ohne Grenzen. Seit fünf Jahren trifft sich Krefelds linke, nicht ganz so linke, alternative, bunte oder grüne Szene rund um das Bündnis für Toleranz und Demokratie. Am Samstag ist es wieder soweit auf der Corneliusstraße an der Josefkirche. Die Grenzen sind die Südstraße und die Alte Post. Dazwischen brodelt es zwischen portugiesischen Sardinen und serbischen Cevapcici. Beides sehr lecker.

Auf der östlichen Seite reiht sich neben der DKP die Linke, ein paar Schritte weiter die SPD, dazwischen der Internationale Frauenverein. Neben dem serbischen Adler postiert, bietet Emmaus gebrauchte Bücher an, die Caritas wirbt für die Benachteiligten dieser Gesellschaft, die IG Metall daneben für die Rechte derer, die noch Arbeit haben. Das Solidaritätshaus ist ebenso vertreten wie Attac oder die Pfarre von St. Josef und "Rabe", die Rot-Alternative-Bewegung. Den Bildungsbereich decken Stände der Volkshochschule und die Bürgerinitiative Rund um St. Josef ab.

Eröffnet wird das Fest von der Staatssekretärin Zülfye Kaygin vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales aus Düsseldorf. Lokale Politprominenz ist zu treffen im SPD-Landtagsabgeordneten Ulrich Hahnen oder Bürgermeister Frank Meyer. Auch Bezirksvertreter Martin Brendle steht am Info-Stand seiner Partei. Hans-Josef Ruhland von der CDU repräsentiert die Bezirksvertretung West ebenso wie Stephan Hagemes (Die Linke).

Nur der Vorsitzende des Integrationsausschusses, Christoph Bönders, schlendert "heimatlos" über die Multi-Kulti-Meile. Die Grünen sind nicht mit einem eigenen Stand vertreten. Neben dem Rauch der Holzkohle liegt ein Name über dem Fest, Thilo Sarrazin. Der Anti-Islam-Provokateur taucht auch in den zwei Diskussionsrunden direkt und indirekt immer wieder auf.

Martin Becker, Integrationsexperte des Fachbereichs Schule der Stadt, antwortet Albert Koolen vom Bündnis auf die Frage, ob Migranten dümmer als Deutsche seien. "Barer Unsinn. Das sagt ja auch die Kanzlerin in ihrer Antwort auf die Thesen Sarrazins. 14 Prozent der aktuellen Krefelder Abiturienten haben ausländische Wurzeln, 50 Prozent davon sind Türken. Sie sind genauso klug oder dumm wie die Deutschen." Es lässt sich schwer schätzen, aber rund tausend Besucher dürften am Ende mitgefeiert haben.

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