Marlies Mildebrath feierte am Samstag Geburtstag. Sie war als einzige deutsche Meisterin in drei Disziplinen.

Marlies Mildebrath feiert heute Geburtstag. Sie war als einzige deutsche Meisterin in drei Disziplinen.
Nach ihrer Karriere war Mildebrath im Krefelder EV aktiv.

Nach ihrer Karriere war Mildebrath im Krefelder EV aktiv.

Nach ihrer Karriere war Mildebrath im Krefelder EV aktiv.

Krefeld. Die ehemalige Eisläuferin Marlies Mildebrath ist am Samstag 90 Jahre alt geworden. Zur Geburtstagsfeier wird es voll: Es kommen unter anderem ihre beiden Söhne, drei der vier „in alle Welt verstreuten“ Enkel und einige Nachbarn. In ihrer Wohnung am Frankenring verweisen noch viele Fotos und Erinnerungsstücke auf ihre glorreiche Zeit auf dem Eis.

1936 bekam sie ihre ersten Schlittschuhe geschenkt

Zur Eröffnung des Krefelder Eisstadions bekam sie 1936 ihre ersten Schlittschuhe geschenkt, der Beginn einer großen Karriere. Der sehr erfolgreiche Eisläufer Ernst Baier hatte das kleine Mädchen entdeckt und zu einer Ausbildung geraten. Diese genoss sie dann unter Rudolf Angola mit bis zu vier Stunden Training am Tag. Im Sommer stieg sie auf Rollschuhe und Ballett um.

Das Training lohnte sich: 1944 sicherte sie sich bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften die Silbermedaille. Die spätere Rheinlandmeisterin wurde 1948 bei der ersten Deutschen Meisterschaft (DM) nach dem Krieg in Krefeld Vizemeisterin im Einzellauf und mit Hans Schwarz Dritte im Paarlauf. 1949, 1950 und 1951 wurde sie mit ihm dann Vize-Meister bei der DM und Sechster bei der Weltmeisterschaft 1951 in Mailand.

Hans Schwarz beendete danach seine Karriere, gleichzeitig suchte der amtierende Deutsche Eistanzmeister Kurt Müller eine neue Partnerin. Marlies Mildebrath wagte den ungewöhnlichen Wechsel zum Eistanz und wurde 1952 zusammen mit Müller Deutscher Meister. Eine Krefelder Tageszeitung adelte sie ob dieser Erfolge als „Deutsche Mehrkampfmeisterin“ im Eissport.

„Ihr Treppchen-Tripple“ ist unerreicht. Denn noch nie hat jemand in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Deutschen Titelkämpfe auf dem Eis in gleich drei Disziplinen so weit oben auf dem Treppchen gestanden. Vier Mal Platz zwei und einmal Platz eins – aber wie gesagt, in drei unterschiedlichen Disziplinen. Das ist ungefähr so, als ob ein Rennfahrer in der Formel 1, in der Rallye und mit dem Motorrad aufs Treppchen gefahren wäre.“

Nach der Saison 1952 hörte auch sie auf und war im Anschluss als Funktionärin, Preisrichterin und Trainerin beim Krefelder EV und beim Eissport-Verein Krefeld aktiv.

Dort kümmerte sie sich insbesondere um den Nachwuchs und um das Weihnachtsmärchen. Red

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