Karl Mengeringhaus hat schon mehr als 23 Kilogramm abgenommen. Er ist stolz auf sich, muss aber auch Niederlagen einstecken.

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Der Bauchumfang hat schon sichtbar abgenommen – Karl Mengeringhaus nimmt regelmäßig Maß.

Der Bauchumfang hat schon sichtbar abgenommen – Karl Mengeringhaus nimmt regelmäßig Maß.

Der Bauchumfang hat schon sichtbar abgenommen – Karl Mengeringhaus nimmt regelmäßig Maß.

Krefeld. Gute Vorsätze gehören zum neuen Jahr wie Eier zu Ostern. Und so hat sich auch Karl Mengeringhaus einiges für 2011 vorgenommen: „In erster Linie möchte ich natürlich so weitermachen wie bisher“, sagt er mit Stolz in der Stimme.

23,5 Kilogramm hat der 52-Jährige in den vergangenen Monaten abgenommen – und sich damit zu einem völlig neuen Lebensgefühl verholfen: „Ich werde immer lockerer, das Dasein macht mir Spaß. Das ist kein Vergleich mit der Zeit, als ich noch 150 Kilogramm auf die Waage brachte.“

Karl Mengeringhaus will gesund sein und anders aussehen. „Ich hoffe, dass ich dann endlich auch wieder einen Job bekomme“, sagt er. Denn bisher hat er bei der Arbeitssuche nur negative Erfahrungen gemacht.

So hat er sich kürzlich bei einem Anbieter von Essen auf Rädern beworben, der dringend neue Fahrer suchte. Er ging dort persönlich vorbei – insgesamt dreimal. „Ich wurde von oben bis unten skeptisch gemustert und dann mit einer Absage nach Hause geschickt, obwohl ich früher zwölf Jahre in der Lebensmittelbranche gearbeitet habe“, erzählt er. „Wahrscheinlich denken die, dass ich die Mittagessen selber vertilge, statt sie auszufahren.“

Mit dieser Vermutung hat Karl Mengeringhaus wohl gar nicht so unrecht: Denn EU-Studien zeigen, dass Normalgewichtige bei gleicher Qualifikation Übergewichtigen vorgezogen werden. Wahrscheinlich gehen Personalchefs davon aus, dass Fettleibigkeit mit Dynamik, Flexibilität und Willensstärke nicht Hand in Hand gehen kann.

Am Donnerstag, 20. Januar, findet im Seminarraum der Fabrik Heeder um 19.30 Uhr ein unverbindlicher Infoabend zum Abnehmkurs „Durch Dick und Dünn“ statt.
 

Der Kurs beginnt eine Woche später, am Donnerstag, 27. Januar. Mehr Infos unter Ruf 95 56 45 oder per E-Mail an: info@ddud-krefeld.de

Die Westdeutsche Zeitung begleitet Karl Mengeringhaus ein halbes Jahr lang beim Kampf gegen die Pfunde. Einmal im Monat berichtet er über Erfolge und Niederlagen, schwache Momente und mentale Stärke. Die nächste Folge erscheint Mitte Februar.

Trotzdem sollten nicht andere Menschen der Auslöser für den Wunsch nach einem leichteren Leben sein: „Bevor sich jemand dazu entschließt abzunehmen, sollte er sich folgende Frage ehrlich beantworten: Was ist mein Grundmotiv?“, sagt die Psychotherapeutin Ruth Lümkemann. Sie hat zusammen mit dem Kardiologen Dorian Recker und seiner Ehefrau, Barbara Langhoff-Recker, einer Fachärztin für Ernährungsmedizin, das zertifizierte Abnehm-Programm „Durch Dick und Dünn“ entwickelt.

Will ich attraktiver werden? Eine glücklichere Beziehung führen? Im Job erfolgreicher sein? Ein besserer Mensch? „Diese Ansprüche lassen sich garantiert nicht nur über ein niedrigeres Gewicht erfüllen“, warnt sie. „Und somit steigt die Gefahr, mit dem guten Vorsatz zu scheitern.“

Durchzuhalten – das sei gar nicht so einfach. „Denn die meisten Verhaltensmuster eignen wir uns über einen sehr langen Zeitraum an, meist über unser ganzes Leben“, erklärt Lümkemann. „Sie brennen sich tief ins Gehirn ein und lassen sich nicht löschen, sondern nur mit einem neuen Muster überschreiben.“

Einen anderen Seelentröster als Schokolade finden

Das erfordert in erster Linie Geduld: Die Psychotherapeutin rät, sich kleine, realistische Ziele zu setzen. „Es ist zum Beispiel nicht sinnvoll, sich bis in alle Ewigkeit das Stück Kuchen oder den Schweinebraten zu versagen, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass man das durchhält.“

Wichtig sei es auch, sein eigenes Essverhalten zu analysieren, um sich selber besser kennenzulernen. „Greife ich zum Beispiel zur Schokolade, wenn es mir schlecht geht, dann kann ich mir für diesen Fall einen alternativen Seelentröster suchen.“ Und wenn das Kind schon mal in den Brunnen gefallen ist und die Tafel vertilgt, dann gilt: „Man muss milde zu sich sein, darf sich deswegen nicht fertig machen.“

Bei Karl Mengeringhaus machen sich jedenfalls erste neue Verhaltensmuster bemerkbar. „Letztens habe ich einen Salat stehen lassen, der mir nicht geschmeckt hat“, berichtet er. „Das wäre mir früher nie passiert.“

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