Lesung mit dem indischen Autor Uday Prakash und Horst Eckel im Krefelder CVJM-Heim.

Aus einer anderen Welt: Autor Uday Prakash (l.) bei der Lesung mit Horst Eckel im CVJM-Heim.
Aus einer anderen Welt: Autor Uday Prakash (l.) bei der Lesung mit Horst Eckel im CVJM-Heim.

Aus einer anderen Welt: Autor Uday Prakash (l.) bei der Lesung mit Horst Eckel im CVJM-Heim.

Andreas Bischof

Aus einer anderen Welt: Autor Uday Prakash (l.) bei der Lesung mit Horst Eckel im CVJM-Heim.

Krefeld. Der indische Autor Uday Prakash hat in einer Matinee-Lesung am Sonntag im Krefelder CVJM-Heim seine Zuhörer mit in eine weit entfernt liegende und höchst fremde Welt genommen. Indien, treffender: der indische Subkontinent, bietet in allem solch eine für uns unvorstellbare Vielfalt, wie es schon das Thema "Sprache" anklingen ließ.

Gerade für einen Schriftsteller, Journalisten und Drehbuchautoren ergeben sich daraus fundamentale Fragen, mit denen sich hierzulande kein Autor auseinandersetzen muss. Uday Prakash, der in einem kleinen Dorf in Mittelindien aufgewachsen ist, veröffentlicht seine Arbeiten in Hindi. Diese Sprache gehört zu den mehr als 200 in Indien verbreiteten Sprachen, rund ein Fünftel der Weltbevölkerung spricht eine Variation davon. Allein in Indien sind es rund 700 Millionen Menschen, was einen Schriftsteller eigentlich glücklich machen könnte.

Aber: Es sind vor allem die Armen, deren Muttersprache Hindi ist und nach Schätzungen sind knapp 50 Prozent von ihnen Analphabeten. Und auch in der anderen Hälfte ist keine große Zahl an potenziellen Lesern zu finden. "Hindi gehört zur dunklen Seite Indiens", sagt Uday Prakash, der zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellern dieser Nation gehört.

Seit einigen Jahren liegen seine ersten drei Werke in Übersetzung vor, aus denen Ausschnitte von Horst Eckel, Pfarrer i. R. aus Kempen, gelesen wurden. Zur Einstimmung auf die ferne Welt und Sprache trug der Autor selber einige Abschnitte auf Hindi vor.

Mit seinen Kurzgeschichten "Der goldene Gürtel" gibt er Einblicke in das dörfliche Leben Indiens, eine kleine Sammlung von Erzählungen mit autobiografischen Aspekten. In "Doktor Wakankar, aus dem Leben eines aufrechten Hindus" schildert er Missstände des korrupten Systems - aufgehängt am Gesundheitswesen.

Dieser Roman brachte ihm neben Zustimmung aus der indischen Leserschaft auch Drohbriefe ein. Eine Kritik am indischen Kastensystem und der herrschenden Schicht ist der Hintergrund seiner Liebesgeschichte "Das Mädchen mit dem gelben Schirm". Ein Student aus einer niedrigen Kaste und eine Studentin aus einer Brahmanenfamilie verlieben sich und stecken damit tief in einem immer noch aktuellen Problem der indischen Gesellschaft.

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