Bei der Sendung „Kunst & Krempel“ steht Thomas Turowski vor der Kamera. Am Samstag eröffnet er ein Atelier an der Wiedstraße.

Bei der Sendung „Kunst & Krempel“ steht Thomas Turowski vor der Kamera. Am Samstag eröffnet er ein Atelier an der Wiedstraße.
Design-Experte Thomas Turowski in seiner neuen Ausstellungshalle und Galerie „Emilith“ an der Wiedstraße 21.

Design-Experte Thomas Turowski in seiner neuen Ausstellungshalle und Galerie „Emilith“ an der Wiedstraße 21.

Design-Experte Thomas Turowski in seiner neuen Ausstellungshalle und Galerie „Emilith“ an der Wiedstraße 21.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Design-Experte Thomas Turowski in seiner neuen Ausstellungshalle und Galerie „Emilith“ an der Wiedstraße 21.

Thomas Turowski kommt per Rad zum Termin in seiner neuen Galerie. Natürlich fährt er ein Design-Objekt. „Das Rad ist der Hammer“, schwärmt der Krefelder. „Es stammt aus einer Manufaktur in Potsdam.“ Turowski, hipper Vollbart, dominierende Brille, blaue Arbeitshose und dicke Strickjacke, lebt für besondere Gegenstände. Für formschöne Hingucker im Alltag, für Praktisches und Bequemes mit ästhetischem Anspruch.

Aus diesem Hobby, das mit Second-Hand-Möbeln für seine Bonner Studentenbude begann, ist ein Beruf geworden. Inzwischen hat sich der Design-Experte bundesweit einen Namen gemacht. Sein Wissen wird auch in der TV-Kultreihe „Kunst & Krempel“ geschätzt. In wenigen Wochen muss er wieder zu Dreharbeiten des Bayerischen Rundfunks. Doch dafür hat er momentan keinen Kopf.

„Die meisten Objekte liegen zwischen 2000 und 8000 Euro.“

Thomas Turowski

Steht doch der nächste große Schritt in seiner Karriere unmittelbar bevor: Am Samstag, 18. Februar, 16 Uhr, eröffnet der 49-Jährige seine Ausstellungshalle für Keramik und Galerie für angewandte Kunst. An der Wiedstraße 21, direkt neben der Synagoge, hat er eine Fläche angemietet, die seit Jahrzehnten gewerblich genutzt wird. „Früher war hier mal eine Textilfirma untergebracht“, erzählt der neue Nutzer. Viele hohe Fenster im Industrie-Chic zeugen davon. „Emilith“ hat Turowski diesen Ort genannt, nach seinem Sohn Emil und seiner Tochter Lilith. Schon seine frühere Galerie in Krefeld, 2004 bis 2009, hieß so.

An der Wiedstraße zeigt er nun auf etwa 350 Quadratmetern Schalen und Vasen von Otto, Albrecht und Görge Hohlt. Design-Fans werden zudem bei Namen wie Midgard (Leuchten) oder Eames (Sessel) leuchtende Augen bekommen. Zu den spektakulärsten Objekten im weiten Raum gehören ein Doppelbett und ein Schminktisch von Michael Graves: Diskokugel-Verzierungen und buntes Plexiglas lassen die 80er-Jahre wieder lebendig werden. Auch eine Sammlung quietschbunter Spielzeug-Weltraumpistolen zieht die Blicke magisch an. Kleine Roboter winken von einer Fensterbank im Büro.

Die Preisspanne für die Galerie-Stücke ist beachtlich. Los geht’s bei etwa hundert Euro. Am oberen Ende der Skala stehen 30 000 Euro. „Die meisten Objekte liegen zwischen 2000 und 8000 Euro“, erklärt Thomas Turowski. Er selbst sammelt vor allem Möbel aus der Schweiz, die im 20. Jahrhundert gefertigt wurden. „Mit älteren Dingen kenne ich mich nicht aus“, sagt der Händler, der mit seiner Familie in Bockum wohnt. Natürlich nicht in einem Neubau, sondern in einem „schönen 50er-Jahre-Häuschen“.

Privates Thomas Turowski wurde in Moers geboren, wo er auch aufwuchs. Mit seiner Frau und seinen zwei Kindern (16 und 14) lebt er im Krefelder Stadtteil Bockum.

Berufliches Er studierte Geologie in Bonn, brach aber während der Diplom-Arbeit ab. Es folgte eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Turowski arbeitete unter anderem mit autistischen Jugendlichen. Im Jahr 2000 eröffnete er sein erstes Geschäft an der Alte Linner Straße. 2009 kaufte er gemeinsam mit einem Freund ein Auktionshaus in Köln, bekam dadurch internationale Kontakte. 2015 wurde es wieder verkauft.

Internet Weitere Informationen zu dem neuen Atelier gibt es auch im Internet unter: emilith.de

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