René Marik und seine schrillen Figuren begeistern die Zuschauer im ausverkauften Krefelder Seidenweberhaus.

Krefeld. Er ist klein, blind und hat einen Sprachfehler. Nicht gerade Eigenschaften, die einen im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen lassen. Bei ihm ist das aber anders: Der Maulwurf ist der Star im Ensemble von Puppenspieler René Marik. Mit dem Programm "KasperPop" begeisterte der neue Stern am deutschen Comedy-Himmel am Sonntag das Publikum im ausverkauften Seidenweberhaus.

Chaotisch, schräg, skurril - diese Beschreibungen fallen einem ein, wenn Marik auf der Bühne die Puppen tanzen lässt. Einen roten Faden sucht man vergeblich in seinem Programm, was der 39-Jährige auch gleich zu Beginn zugibt: "Das soll alles einfach nur lustig sein."

Und das ist es. Allein durch die Anwesenheit des sprachbehinderten Maulwurfs beginnen die Lachmuskeln zu arbeiten. Wenn er dann spricht, ist alles zu spät: "Hage! Jemand zu Hage? De’ Maulwurf hier." Verzweifelt sucht der kleine Kauz seine Auserwählte - eine Barbie-Puppe. Oder besser: "de Barbe".

Dabei erlebt er mit den anderen Figuren aus Mariks Puppenkiste völlig verrückte Abenteuer. Ein Winnetou-Auftritt mit dem grünen Kermit-Verschnitt Falkenhorst als Old Shatterhand gerät zum Fiasko: "Grüner Bruder, weißer Bruder, brauner Bruder, roter Bruder." Völlig verwirrt gibt der blasierte Frosch Falkenhorst auf.

Ebenso endet die Maulwurf-Rolle als Harry Potter im Chaos: "Aabbaa Kadddaaabe, ich wüntch mir de Barbe!" Dabei darf auch der Berliner Eisbär Kalle nicht fehlen. Unter anderem mit dieser Puppe schaffte Marik im Internet-Portal Youtube sowie in Radio und Fernsehen den Durchbruch. Kalles Begegnung mit der Titanic, die bei Youtube zirka vier Millionen Mal geklickt wurde, darf dann auch in der Zugabe nicht fehlen.

Marik glänzt aber nicht nur als Puppenspieler, auch musikalisch hat er einiges zu bieten. Zwischen den Puppen-Darbietungen greift der Berliner zur Gitarre und schmettert einige Pop-Songs, deren Texte sich ebenfalls skurril zwischen Sandmann und Weltuntergang bewegen. Die Musik-Sessions mit seinem Kollegen Professor Inge an der Orgel lockern den 90-minütigen Puppen-Abend zwar auf, für mehr reicht es aber nicht. Die Zuschauer sind dann auch froh, wenn Mariks Hände die "Stromgitarre" loslassen und stattdessen wieder Maulwurf, Falkenhorst, Kalle und seine neueste Figur - den Hasskasper - zum Leben erwecken.

Applaus, Zugabe-Rufe und Gejohle - am Ende bedankt sich das Publikum für ein herrlich-chaotisches Kasperle-Theater. Alles war genauso, wie es sein sollte: einfach nur lustig.

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