Schüler der 8 a des Gymnasiums Fabritianum haben Larven der Heringsart im Rhein ausgesetzt.

Aktion
Julia Pesch, Alexander Spister und Hanna Louven (v. l.) vom Fabritianum zeigen eine Barbe.

Julia Pesch, Alexander Spister und Hanna Louven (v. l.) vom Fabritianum zeigen eine Barbe.

Andreas Bischof

Julia Pesch, Alexander Spister und Hanna Louven (v. l.) vom Fabritianum zeigen eine Barbe.

Krefeld. Die Polizei ist schnell vor Ort. Ein aufmerksamer Uerdinger Angler hat Bedenken, auf der Duisburger Rheinseite werde illegal mit Zugnetzen gefischt.

Aber es hat alles seine Ordnung. Mitarbeiter des Rheinischen Fischereiverbands von 1880 demonstrieren im Rahmen des Umweltbildungsprogramms der Stiftung Wasserlauf einer Schulklasse die Fischartenvielfalt des Rheins.

Alle offiziellen Genehmigungen sind schnell gezeigt und das „Projekt Maifisch“ kann starten.

Die Wiederansiedlung der Maifische ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt. 30 Schüler der Klasse 8a des Krefelder Fabritianum Gymnasiums sind die ausgewählten Paten für den Maifisch-Besatz.

„Wir haben uns mit der Devise ,Alles F(r)isch im Rhein?’ an dem vom NRW-Umweltministerium ausgerufenen Wettbewerb ,Schulen ans Wasser’ beteiligt“, sagt Biologie-Lehrer Dr. Peter Beeck.

Das Auswildern der Maifische ist Abschluss und zugleich Höhepunkt des Schulprojektes. „Die mit Netzen gefischten Barben und Rotaugen erhalten einen Ehrenplatz in unserem Schulaquarium.“

Aber zuerst werden die Maifische ausgesetzt. Es sind zehn Tage alte, winzige Larven, die am Morgen aus einer Zucht in Frankreich anreisten. Ihre Körper sind beinahe durchsichtig. „Das silbrig Glitzernde sind die Augen“, erklärt Projektleiter Dr. Andreas Scharbert der Klasse. „Wir möchten, dass der Maifisch wieder im Rhein heimisch wird“, sagt er.

Fische wandern in die Nordsee, kehren aber zum Laichen zurück

Mit Gummistiefeln und zum Teil in Anglerhosen tragen die 13- bis 14-jährigen Schüler die Glasbehälter mit den Larven möglichst weit in den Rhein. „Wartet, bis das Schiff vorbei ist“, ruft ihr Lehrer ihnen zu.

„Sonst treibt es die Winzlinge gleich wieder auf den Kies.“ Cindy ist sich der Ehre bewusst, ganz feierlich gießt sie das Wasser samt der Larven in den Fluss.

„Die Fische wandern vom Rhein in die Nordsee“, berichtet Uwe Ludwig, Referent für Umwelt- und Gewässerfragen in der Verbandsjugend des Rheinischen Fischereiverbands. „In etwa fünf Jahren ist der Maifisch 70 Zentimeter lang und drei bis vier Kilo schwer.

Dann kommen die Tiere zum Ablaichen wieder zurück.“ Das sei eine Sensation, schließlich gelte die Heringsart im Rhein wegen Überfischung, Gewässerausbau und Wasserverschmutzung als ausgestorben.

Zum Schluss erhalten die jungen Maifisch-Experten eine Auszeichnung für ihre Bemühungen um den Artenschutz. Klassensprecherin Jill Kohnen nimmt stolz die eingerahmte Maifisch-Patenschaftsurkunde entgegen. Sie ziert jetzt eine Wand im Klassenzimmer und erinnert die Schüler an einen einmaligen Tag.

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