Kathrin Helbig und Anna Lührmann eröffnen am Mittwoch mit viel Witz und Einfallsreichtum ihr eigenes Café.

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Anna Lührmann an der Elektra-Kaffeemaschine Belle Epoque...

Anna Lührmann an der Elektra-Kaffeemaschine Belle Epoque...

... und Kathrin Helbig in den oberen Räumen des Café Liesgen.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

Anna Lührmann an der Elektra-Kaffeemaschine Belle Epoque...

Krefeld. Die Katze muss sich mit einem großen Schluck Milch aus der Flasche zufrieden geben, doch die künftigen Gäste des Café Liesgen können sich auf frisch gemahlenen Kaffee aus einer Kempener Rösterei freuen.

Die zufrieden grinsende Katze als Logo lässt es bereits erahnen: An der Wiedenhofstraße 71 geht alles ein bisschen anders zu. So sieht der aufmerksame Passant hier schon seit Monaten einen fröhlichen Trupp junger Menschen Hand anlegen. „Wir sind schon seit etwa vier Monaten dabei und haben im Prinzip alles selber gemacht“, berichtet eine der beiden Inhaberinnen, Kathrin Helbig (29).

Wer sollte es auch besser wissen, wie etwas kreativ gestaltet werden kann, wenn nicht Designer? „Wir haben uns im Design-Studium in Krefeld kennengelernt“, erzählt Helbig. Das „wir“ bezieht sich auf Anna Lührmann, ebenfalls 29 Jahre alt.

Dass die beiden ihren Beruf gegen die Servierschürze getauscht haben, habe nichts mit mangelnder Auftragslage zu tun. „Im Studium haben wir immer wieder gesagt: Eines Tages machen wir ein Café auf.“ Gesagt, getan: Am Mittwoch wird es so weit sein. Doch bis zuletzt waren noch einige Handgriffe zu erledigen.

Die Theke – aus den Kopfteilen eines alten Bettes entstanden – ist bereits in den vergangenen Wochen zusammengezimmert worden. „Das Bett haben wir im Keller von Annas Vater entdeckt“, berichtet Kathrin Helbig.

Wiedenhofstraße 71 am Platz an der Alten Kirche

Dienstags bis sonntags, 10 bis 20 Uhr

Neben selbst gemachtem Kuchen soll es auch Frühstück und herzhafte Kleinigkeiten wie Salat und Quiche geben. Eine Außengastronomie ist für die Zukunft vorgesehen.

Ähnlich kreativ präsentiert sich auch das übrige Mobiliar: Da starten Marmeladengläser und sogar ein alter Wassertank als Lampenschirme ein neues Dasein, alte Tische und Stühle sind liebevoll aufgearbeitet und neu zusammengestellt worden, Porzellanteller, mit frechen Sprüchen versehen, werden zur modernen Wanddekoration mit Oma-Charme, eine eher biedere Sitzgruppe wird im neuen Zusammenhang zum stylischen Möbelstück und der sonst vertane Raum unterm Treppensturz wird kurzerhand als selbst gezimmertes Bücherregal genutzt. „Hier ist Platz für unsere Tauschbörse“, erklärt Kathrin Helbig. Sprich: Ausgediente und gut erhaltene Bücher können einen neuen Besitzer finden.

Ein Regal und ein „Koffermarkt“ warten auf Ausstellungsstücke

Überhaupt setzen Helbig und Lührmann auch auf die Kreativität ihrer Besucher. Zwei hölzerne, alte Grundschulstühle, umfunktioniert zum Regal, warten auf Ausstellungsstücke. „Wir möchten den Studenten die Möglichkeit geben, ihre Sachen zu zeigen“, erklärt Kathrin Helbig. Zu oft verschwänden diese Unikate sonst auf Nimmerwiedersehen im Keller.

Ein „Koffermarkt“ ist angedacht, bei dem jeder seine selbst entworfenen Stücke im Koffer feilbieten kann. Dass auf diese Weise andere zum Kreativsein angeregt werden, ist den 29-Jährigen nur recht. „Wir geben auch gerne preis, wie wir etwa die Kissen gestaltet haben“, verspricht Anna Lührmann.

Bleibt noch die Frage nach der Sache mit der Katze. „Das bezieht sich auf Bachs Kaffeekantate“, verrät Kathrin Helbig. Da mag die störrische Tochter Liesgen partout nicht vom Kaffee-Genuss lassen. So dass die Kantate im Ausspruch gipfelt „Die Katze lässt das Mausen nicht“. Im „Liesgen“ jedenfalls wird das vom Besucher gar nicht erst verlangt. . .

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