Brunnen soll jetzt einen Namen erhalten.

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Die Tiere am Brunnen sehen aus wie Enten, sind aber kleine Schwäne.

Die Tiere am Brunnen sehen aus wie Enten, sind aber kleine Schwäne.

Dirk Jochmann

Die Tiere am Brunnen sehen aus wie Enten, sind aber kleine Schwäne.

Krefeld. Der Brunnen an der Hochstraße soll einen Namen bekommen, und zwar einen, der nicht nur passt, sondern auch richtig ist. Die Verantwortlichen des Schwanenmarktes machen sich dafür stark, und die Verwaltungs-Räder sind deshalb auch schon im Fluss.

"Wir können einfach nicht nachvollziehen, warum das Wasserspiel vor dem Schwanenmarkt Entenbrunnen heißen soll", begründet Andrea Wagner, die Managerin des Centers, ihre Bemühungen. Sie möchte das kleine "Wasserwerk" gemeinsam mit den Krefelder Bürgern bei einer Tauffeier benennen und dann auch offiziell pflegen und sauber halten, "so, wie wir das bereits die ganze Zeit tun".

Friedhelm Kutz vom Stadtmarketing meint dazu: "Über eine Namensgebung für diesen Brunnen können nur die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte entscheiden. Er wäre der erste in Krefeld, der eine offizielle Bezeichnung bekommt."

Die Krux ist: Vor dem Schwanenmarkt steht wirklich ein Schwanenbrunnen, der Volksmund hat diesen Namen jedoch nie angenommen, sondern nennt ihn Entenbrunnen, unter dem Motto: "Mir schwant, das sind doch Enten." Das hat sich gefestigt, ist aber falsch.

Früher stand an diesem Ort eine Wasserpumpe für die Bürger

Zur Geschichte des Verwirrspiels: Der Name "Schwanenmarkt" geht auf eine Pumpe zurück, die einst dort stand. An dieser "öffentlichen Zapfstelle" versorgten sich die Bürger Anfang des 20.Jahrhunderts mit Trinkwasser. Sie zierte ein eisernes Schwanenküken.

Der heutige städtische Brunnen aus bayrischem Muschelkalk hat seinen Ursprung in einem Wettbewerb, den der Berliner Bildhauer August Gaul gewann und den der Krefelder Kommerzienrat Heinrich Müller-Brüderlein in Auftrag gab. Die Steinarbeiten erledigte der Berliner Hofsteinmetzmeister Schilling. Der Brunnen wurde kurz vor Weihnachten 1905 auf dem Platz eingeweiht. Im Relief sind Schwäne zu erkennen. Im Entwurf von Gaul steht ebenfalls, dass sich auf dem oberen Schalenrand sechs Jungschwäne aus Bronze tummeln. Und diese kleinen Tiere sind das Problem. Schwanenküken sehen aus wie Enten. Dem Bürger schwante beim Anblick des Wasserspiels: "Da sind doch eindeutig Enten verewigt", und der Name war geboren.

Mal sehen, wie lange die Sache noch weiterplätschert, oder ob Krefeld bald einen Brunnen mit Namen besitzt, der auch noch der richtige ist.

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