Nachwuchs bei Huftieren, Vögeln, Flughunden, Affen und Schildkröten.

Krefeld. "Oh, ist das süüüß", ertönt es in letzter Zeit häufig im Zoo. Das Kindchenschema hat die Besucher fest im Griff. "Wir können uns nicht dagegen wehren", sagt Zoosprecherin Petra Schwinn. "Das Kindchenschema startet in allen Säugetieren ein biologisches Programm der Fürsorge. Deswegen können wir Tier-Babys einfach nicht widerstehen."

Nachwuchs gibt es momentan reichlich im Zoo. "Wir können durchaus von einem Baby-Boom sprechen", freut sich Schwinn. Vor allem die Huftier-Fraktion verzeichnet Zuwachs. Ende April wurde ein kleines Moschusochsen-Mädchen geboren, das noch namenlos ist. Die Namen werden von den Tierpflegern vergeben, die ihrer Kreativität dabei manchmal freien Lauf lassen.

Das kleine Dallschaf "Wollvoll" genießt die Sonnenstrahlen

So auch beim neusten Mitglied in der Dallschaf-Herde. Vor zwei Wochen wurde "Wollvoll" geboren, ein weißes, süßes Schäfchen, das bei dem schönen Wetter genüsslich in der Sonne liegt.

Die Nilganantilope, die kürzlich das Licht der Welt erblickte, hat ein hellbraunes Fell und weiß-schwarz-weiß gezeichnete Füße. "Sie sieht aus, als würde sie Sportsocken tragen", findet Schwinn. Der kleine Darius, Sohn des Nyala-Weibchens Daria, ist nun der sechste Kopf in der Antilopen-Herde. Munter tollt er hinterher.

Im Affenhaus sind die winzigen Silber- und Zwergseidenäffchen-Zwillingspaare ein absoluter Hingucker. "Sie erkunden das Gehege jetzt oft alleine", sagt Schwinn. "Vorher hingen sie die ganze Zeit im Fell ihres Vaters."

Der Guereza-Nachwuchs ist nur noch im Viererpack draußen unterwegs. "Die Affengeschwister Kigoma, Shakina, Lisha und das jüngste Mitglied Abasi sind unzertrennlich."

Flughündin "Flatterinchen" ist gerade frisch Mama geworden. ",Ultimo’ wurde kopfüber geboren: Zusätzlich zur Nabelschnur war er durch eine Art Fangleine abgesichert", beschreibt Schwinn den im Tierreich außergewöhnlichen Geburtsvorgang.

Doch nicht alle Babys sind für die Besucher zu sehen, es gibt auch Kinderstuben hinter den Kulissen. In der Futterküche des Stelzvogelreviers werden in Brutschränken Gänse- und Hühnereier ausgebrütet. "Aus Schutz vor den Elstern und Krähen", sagt Schwinn. Die Küken wachsen dann unter Wärmelampen auf, bis ihr Federkleid ausgebildet ist.

Im Tierpfleger-Bereich sitzt eine vier Wochen alte Köhler-Schildkröte unter einem Plastik-Blumentopf. Das Landschildkröten-Baby ist so klein wie eine Kinderhand, wird aber bis zu 40 Zentimeter lang. "Vielleicht sollten wir beim Bundespräsidenten nachfragen, ob er eine Patenschaft übernehmen will", sagt Schwinn lachend. "Namensvettern sind sie ja bereits."

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