interview
Revolution auf seinem T-Shirt: Atze Schröder und Ernesto Che Guevara. Archiv

Revolution auf seinem T-Shirt: Atze Schröder und Ernesto Che Guevara. Archiv

Jürgen Venn

Revolution auf seinem T-Shirt: Atze Schröder und Ernesto Che Guevara. Archiv

Krefeld. Atze Schröder kommt mit seinem aktuellen Programm in den König-Palast. Minipli-Perücke und Brille gehören dazu. Die WZ sprach mit dem Ruhr-Kult-Comedian vor seinem Gastspiel in Krefeld.

Ihr aktuelles Programm heißt Revolution – wer ist Ihr Lieblingsrevolutionär?

Atze Schröder: David Hasselhoff, der hat im Alleingang die Mauer weggesungen. Bei den „echten“ Revolutionären ist das schwierig. Entweder die sterben oder die werden Arschlöcher. Vielleicht Fidel Castro.

Würde Castro über Ihre Revolution lachen oder Sie dafür vor ein Revolutionsgericht stellen?

Schröder: Bei dem stünde ich wohl ruckzuck vor Gericht und würde in einem Schauprozess verurteilt werden.

Mit seinem Programm „Revolution“ ist Atze Schröder schon seit 16 Monaten auf deutschen Bühnen unterwegs. Derzeit laufen wegen der großen Ticket-Nachfrage vor allem Zusatz-Termine. Die abschließende Show findet Mitte Mai in Lissabon statt. In die Hauptstadt Portugals reist er auf Einladung des Goethe-Instituts. Es ist sein erster Auftritt im fremdsprachigen Ausland. Die Show dort ist allerdings deutschsprachig.

Die Veranstaltung in Krefeld findet morgen im König-Palast statt. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Die Tickets kosten 29,50 Euro, die Platzwahl ist frei. Ein Großteil der etwa 6000 Karten ist schon verkauft, einige hundert sind aber noch vorrätig. Sie können unter anderem in der Geschäftsstelle der Westdeutschen Zeitung, Rheinstraße 76, oder direkt beim König-Palast erworben werden. Auch ein Kauf an der Abendkasse ist möglich.

Revolutionsgerichte verhängen oft die Todesstrafe – was wären Atze Schröders letzte Worte?

Schröder: Hat Spaß gemacht.

Sie sind Jahrgang ‘65 – für einen 68er also zu jung – haben Sie in Ihrer Jugend trotzdem Revolution gemacht?

Schröder: Ich hab’s versucht. Aber so richtig revolutionär wurde es erst neulich. Da war ich für eine Show in Stuttgart: Abends bin ich in der Porsche-Arena aufgetreten, tagsüber bin ich inkognito bei der Demonstration gegen Stuttgart 21 mitgelaufen. Seitdem bin ich natürlich voll dagegen.

Was genau ist das Revolutionäre an ihrem Programm?

Schröder: Die Revolution ist, dass es mein bestes Programm aller Zeiten ist. Das sagt man zwar immer, aber diesmal stimmt es wirklich. Aber eigentlich ist Revolution auch mehr ein Label. Es ist in erster Linie lustig und nicht so sehr revolutionär. Aber natürlich spielt die sexuelle Revolution eine wichtige Rolle. Und die Haar- und Moderevolution.

Glauben Sie, dass Sie die Revolution nach Krefeld tragen werden?

Schröder: Ja! Krefeld trägt die Revolution in sich – das ist geradezu eine Vorzeigestadt für eine Revolution. Die alten Tuchweber-Villen neben den Arbeiter-Häusern – das hat Potenzial.

Vor einem Jahr waren Sie mit diesem Programm schon einmal hier – damals hat es mit der Revolution nicht geklappt. Haben Sie das Programm seitdem verändert?

Schröder: Das Gerüst ist geblieben. Aber natürlich wächst so ein Programm auch, es passieren ja viele Dinge in der Zwischenzeit. Das fließt dann alles mit ein. Auf RTL geht ja jetzt auch wieder der Dschungel los. . .

„Hier am Niederrhein ist die Bereitschaft zu lachen extrem hoch.“