Die Bodendenkmäler der Stadt werden von Hobby-Archäologen gepflegt.

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Bodendenkmäler wie dieser alte Brunnen in Bockum werden von ehrenamtlichen Helfern ausgegraben.

Bodendenkmäler wie dieser alte Brunnen in Bockum werden von ehrenamtlichen Helfern ausgegraben.

privat

Bodendenkmäler wie dieser alte Brunnen in Bockum werden von ehrenamtlichen Helfern ausgegraben.

Krefeld. Knochen, Scherben und Grabbeilagen ausgraben, zeitlich einordnen und archivieren. All das klingt nach echter archäologischer Arbeit. Und genau dieser können Ehrenamtliche in Krefeld jetzt nachgehen, auch ohne vorher Archäologie studiert zu haben. Die Volkshochschule Krefeld sucht Ehrenamtliche für die Bodendenkmalpflege in der Stadt und Umgebung.

Unter Bodendenkmälern versteht man zum Beispiel Gräber, Befestigungs- und Wasserversorgungsanlagen, Mühlen oder Steinbrüche. Jetzt wurden 25 Interessierte in einem Seminar in die Themen Dokumentationsverfahren, Denkmalschutzgesetz und Betretungsrechte eingeführt.

Nach einem weiteren Bewerbungsverfahren und einer individuellen Einweisung entscheidet sich dann, wer tatsächlich das Zeug zum Super-Archäologen hat.

In Gellep-Stratum gibt es 600 Gräber aus römischer Zeit

In Gellep-Stratum, dem südöstlichen Stadtteil von Krefeld, gibt es ein Feld mit über 6.000 Soldatengräbern aus französischer und römischer Zeit, die freigelegt wurden, sagt Robert Claßen, der Fachbereichsleiter der VHS Krefeld. Diese werden zwar von Profis bearbeitet, die Unterstützung durch Ehrenamtliche kann aber nie schaden.

Von mangelnder Motivation ist bei den Seminarteilnehmern zumindest keine Spur. Die 72-jährige Klaire Schlösser zum Beispiel interessiert sich schon seit langem für Archäologie und die Kulturen anderer Völker. Sie lauscht den Ausführungen der Referentin Julia Obladen-Kauder vom Landesverband Rheinland für Bodendenkmalpflege mit großer Aufmerksamkeit.

Auch Christian Strunck ist mit Begeisterung dabei. Der 33-Jährige hat eigentlich gar keine Zeit für Hobbies, für das Seminar zur Bodendenkmalpflege hat er sich aber trotzdem einen Platz im Terminkalender freigeschaufelt.

Ganz anders sieht es bei Martin Kauder aus. Er ist mit seinen 13 Jahren der jüngste Seminarteilnehmer und muss sich nicht unbedingt die Finger schmutzig machen und in der Erde wühlen. Er interessiert sich vielmehr für die Historie, Daten und Fakten.

Fest steht, alle Archäologen in spe werden auf ihre Kosten kommen, sei es bei praktischen Ausgrabungen in der Stadt Krefeld und Umgebung oder bei der Erhaltung und Pflege der Bodendenkmäler im Forstwald.

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