Andreas Rebers sammelte am Sonntagabend eine gehörige Portion Applaus bei seinem Auftritt in der Krefelder Kulturfabrik.

Andreas Rebers sammelte am Sonntagabend eine gehörige Portion Applaus bei seinem Auftritt.
Andreas Rebers sammelte am Sonntagabend eine gehörige Portion Applaus bei seinem Auftritt.

Andreas Rebers sammelte am Sonntagabend eine gehörige Portion Applaus bei seinem Auftritt.

Rebers

Andreas Rebers sammelte am Sonntagabend eine gehörige Portion Applaus bei seinem Auftritt.

Krefeld. Eine neue Reihe mit Kabarettisten hat die Kufa aufgelegt: Als erster sammelte Andreas Rebers am Sonntagabend eine gehörige Portion Applaus bei seinem Auftritt. Manche kennen den Norddeutschen auch schon aus dem "Scheibenwischer" und anderen Sendungen im Fernsehen.

Vor fast ausverkauftem Haus trug er seine gesammelten Vorstellungen zu den Dingen diese Welt vor. Dabei wechselte er mit fließendem Übergang von einer Erzählposition in die die andere und sprach als kontrollsüchtiger Nachbar mal die eine Hälfte des Publikums an, als Fernsehzuschauer und Weltbetrachter Rebers die andere Hälfte.

Zunächst führt er die Leute aufs Glatteis mit seiner vermeintlich schlesischen Herkunft, der Jugend in Niedersachsen und der Integration in Bayern. Motto "Auf der Flucht". Und da lässt sich natürlich herrlich über dieses ganze weite Feld sprechen.

Vertriebene, Attentäter Flüchtlinge und andere Randgruppen müssen sich seine Stammtischparolen oder seinen ätzenden Spott gefallen lassen. Frau Hammer zum Beispiel, seine Nachbarin, erfüllt alle Klischees: Geschieden, alleinerziehend, Lehrerin und Beamte und dann noch einen Ausländer zum Freund - an dieser Figur arbeitet Rebers sich so richtig ab.

Mit großem Erfolg beim Publikum. Sehr überzeugend parliert Rebers in den verschiedenen Dialekten und präsentiert eine Stammtisch-Parole nach der anderen: Er entlarvt den gnadenlosen Spießer und Reaktionär. Und dann spielt er auch wieder mit diesem Denken. Es habe Rezensionen gegeben, in denen man ihn als rechts eingestuft habe. Was auch am T-Shirt liegen könnte, das in Runenschrift daherkommt.

Andreas Rebers bekam schon viele Auszeichnungen, am 10. Januar wurde ihm der Deutsche Kabarettpreis 2008 verliehen.

Die Zuschauer freuen sich auf die kommenden drei Termine in dieser Reihe und haben schon 250 Kombi-Tickets erworben. Weitere Termine: Horst Evers, "Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen", am 8. März. Evi Niessner und Mr. Leu am 26. April in "Hot Love in Stereo" und "Es war nicht alles schlecht" mit Wilfried Schmickler am 10. Mai.

Ein glattes Missverständnis, verabschiedet Rebers sein Publikum doch mit einem freundlichen "Genossinnen und Genossen" in die Pause. Rebers spielt Akkordeon und Piano und hat eine wunderbare Stimme. Mit dem Akkordeon spielt er Volksmusik und setzt böse Attentäter Texte dagegen, mit dem Piano rockt er, zitiert andere Kabarettisten.

Und auch seine Stimme benutzt er wie ein Instrument. Die kommt samtweich und verführerisch daher, und dann ist es doch wieder eine Bosheit gegen seine Putzfrau Frau MBemba, die noch eine richtige Kannibalin sei. Oder gegen Sarah Wagenknecht, die mit seiner Frau zum Hummeressen gewesen sei.

Oder gegen den Papst. Manchmal ist Rebers so leise bös, dass die Pointe schon weg ist, wenn man sie verstanden hat: Ein sehr wortwitziger, politischer Abend.

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